Aarau
Kantischülerinnen gewinnen nationalen Wettbewerb mit Armbändern

Erstmals haben sechs Schülerinnen der Alten Kanti den nationalen Preis für Miniunternehmen gewonnen. 160 Teams waren dabei. Nun wollen die Frauen mehr.

Bastian Heiniger
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«Belle-Elle» produzieren perlenbesetzte Armbänder. Erfolgreich sind sie damit nicht nur am Wettbewerb von Young Enterprise Switzerland (YES).

«Belle-Elle» produzieren perlenbesetzte Armbänder. Erfolgreich sind sie damit nicht nur am Wettbewerb von Young Enterprise Switzerland (YES).

zvg

Das gab es an der Alten Kantonsschule noch nie: Sechs Schülerinnen haben mit ihrem Miniunternehmen den nationalen Wettbewerb Young Entreprise Switzerland (YES) gewonnen. Mit ihrer Geschäftsidee, den perlenbesetzten Armbändern, überstrahlten sie im Finale die 24 Mitstreiter. «Belle-Elle» darf sich nun landesweit als bestes von Schülern geführtes Miniunternehmen rühmen. 160 Teams waren ins Rennen um diesen Titel gestartet.

«Wir glaubten nicht an einen Sieg», sagt Jasmin Ineichen, die als CEO fungiert. Dennoch: Am nächsten Tag wollten wir uns gleich für das internationale Finale in Tallinn vorbereiten. «Wir mussten uns jedoch selber bremsen.» Also schalteten die jungen Businessfrauen einen Gang runter – sie gingen feiern. Für die Vorbereitung bleibt mithin noch Zeit, findet das Finale doch erst Ende Juli statt. Dann aber wollen sie noch mal richtig aufdrehen, «den Erfolg suchen«, wie Ineichen sagt.

Bis dahin müssen sie noch alles ins Englische übersetzen: die Flyer, ihren Businessplan, den Geschäftsbericht, die Präsentation. Damit werden sie gegen europaweit 33 Konkurrenten antreten. Die Chancen stünden gut, meint Ineichen. Die Schweizer Teams hätten meistens vorne mitgemischt. Doch woher kommt der Erfolg? Entscheidend ist wohl weniger das Produkt allein, als viel mehr ihren Hang zum Perfektionismus. Im Businessplan von Belle-Elle finden sich etwa akribisch geführte Organigramme, Marketingpläne und Risikoanalysen – fast wie bei einer etablierten Firma. Auf ihrer Website informieren sie über die neusten Armband-Kollektionen und auf den sozialen Medien über ihre Erfolge.

Die finale Präsentation in der Zürcher Bahnhofshalle übten sie zuvor mehrfach in der Schulaula. Eine genau orchestrierte Choreografie – alle in demselben Outfit, alle mit türkisfarbigen Highheels. So präsentierten sie ihre Finanzen und den Jahresbericht. Am Ende standen sie zu einem Dreieck angeordnet auf der Bühne, jede zeigte nun ihr jeweiliges Lieblingsarmband.

Das alles gefiel offenbar der Jury, die unter anderem aus Vertretern der Wirtschaft bestand. Zudem räumten die Schülerinnen neben dem Titel gleich mehrere zusätzliche Awards ab: Marketing und Verkauf, beste Präsentation und den KPMG Team Award.

Als Vorbereitung auf das internationale Finale wollen sie nun ihre Sitzungen nur noch auf Englisch abhalten. Wie es jedoch danach weitergehe, sei noch unklar, sagt Ineichen. Und hier zeigt sich: Belle-Elle ist eben doch eher ein Schulprojekt als eine ernstzunehmende Karriere-Option. Denn nach den Sommerferien beginnt für die sechs das letzte Jahr an der Kanti.

Ob sich das erfolgreiche Freizeit-Unternehmen und die Matur überhaupt miteinander vereinbaren lassen, wollen sie sich noch gut überlegen. So oder so, sagt Ineichen, seien die gesammelten Erfahrungen wertvoll. Und mit bisher 350 verkauften Armbändern auch einträglich.

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