Donnerstagnachmittag, 16 Uhr: Die Aula der Alten Kantonsschule platzt beinahe aus ihren Nähten, die Stimmung ist gespannt. Vor den vielen Schülern haben sich vier Finalisten des Debattentags positioniert: Marco D’Amore, Armin Mesic, Ciril Humbel und Erich Rea, alle von der zweiten Kanti. Sie ringen, das heisst sie sprechen sich um den 1. und 2. Platz dieses Debattierwettbewerbs. In der Mensa wird dieser mit dem kleinen Final um den 3. und 4. Platz beendet.

Hinter den Finalisten liegen bereits einige Debatten, in denen sie eine Jury mit guten Argumenten, Sachkenntnissen, Kommunikationsfähigkeit und Ausdrucksvermögen überzeugt haben. Vor ihnen liegt ein rund einstündiger Finalkampf, in dem sie über die Streitfrage «Soll im Sinne eines ausgeglichenen Staatshaushaltes auch bei der Bildung gespart werden?» diskutieren müssen. Zwei Schüler stehen auf der Pro-Seite, zwei auf der Contra-Seite. Egal, welche persönliche Meinung die Jugendlichen zu diesem Thema haben, sie müssen mit allen Mitteln für ihre Position einstehen.

Mit allen Mitteln? Nein, denn auch beim Debattieren gibts Regeln: Unterbrechungs-, Phrasen- oder Schweigetaktiken sind laut der Moderatorin des Finals, Sabine Rotach, tabu und «gehören in den Giftschrank». Wie man über kontroverse Themen überhaupt debattiert, lernen die Jugendlichen der zweiten Klasse des Gymnasiums sowie der Wirtschafts- und Informatikmittelschule bereits im Unterricht: Vom Bildungsprojekt «Jugend debattiert» inspiriert, führte die Schule das Debattieren vor Jahren ein. Damit mache man gute Erfahrungen», sagt Lara Dredge vom Debattentag-OK. «Es hilft den Jugendlichen auch, ihr demokratisches Verständnis und ihre sprachliche Ausdrucksweise zu fördern.»

Erich Rea ist der Beste

Zurück zum Final. Die vier jungen Männer sind mitten in der Debatte. «Gute Bildung kostet», sagt ein Debattant, der dafür ist, Geld in diesen Bereich zu stecken. «Wir schiessen uns nur ins Bein, wenn wir sparen.» Leises Getuschel, verhaltenes Lachen im Publikum. Ein Pro-Redner erwidert diplomatisch: «Ich stimme Ihnen ja zu, nur könnte man die Bildung effizienter führen.»

Dann ertönt das Glöckchen, als Zeichen, dass die Debatte beendet ist. Die Jugendlichen atmen erleichtert aus, die Jury zieht sich zurück. Moderatorin Sabine Rotach beurteilt die Debatte so: «Ihr habt gut, wenn auch ‹süferli› argumentiert. Der eine oder andere könnte in der Arena auftreten.»

Ob dies der beste Debattant des Tages, der Gymnasiast Erich Rea, jemals tun wird, steht in den Sternen. Gefreut hat sich der Pro-Redner allemal über seinen Sieg. «Die Diskussionen waren interessant, aber auch herausfordernd, findet er. «Ich lernte schnell, zu argumentieren.»