Aarau
Kamin-Rekurs abgewiesen – Start der Energiezentrale verzögert sich

Der Regierungsrat lehnt die Beschwerde der IBAarau zum Kamin für Energiezentrale des Wärmeverbundes Kasino ab. Die IBAarau muss einen neuen Standort für den Kamin suchen und hat den Besitzer des Kinos Ideal kontaktiert.

Hermann Rauber
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Die Profilstangen an der Kasinostrasse zeigen den Doppelkamin an. Hier darf er nicht stehen, sagt der Aargauer Regierungsrat. A. Spichale

Die Profilstangen an der Kasinostrasse zeigen den Doppelkamin an. Hier darf er nicht stehen, sagt der Aargauer Regierungsrat. A. Spichale

Alaex Spichale

Die Baubewilligung für einen 21 Meter hohen Doppelkamin im Aarauer Kasinogarten ist in weite Ferne gerückt. Gemäss einer Meldung des Gratisblatts «Blick am Abend» hat der Aargauer Regierungsrat einen Rekurs der IBAarau AG abgewiesen.

Mit dem Rekurs wollte Hans-Kaspar Scherrer, der Vorsitzende der Geschäftsleitung der IBAarau, das Veto des Denkmalschutzes entkräften und anders gewichten, im Sinne eines «Grundsatzentscheids zugunsten der neuen Wärmeversorgung von Aarau». Mit dem Nein des Kantons ist die Umsetzung einer ersten Etappe der «Aarauer Energiewende» aber vertagt worden.

Einweihung war heute geplant

Die Energiezentrale des Wärmeverbunds Kasino wäre nach einjähriger Bauzeit heute praktisch betriebsbereit, ursprünglich vorgesehen war die feierliche Eröffnung für heute, den 1. April. Doch ohne die beiden Kamine kann sie nicht aufgeschaltet werden. Denn die Sicherheitsvorschriften verlangen für Abluft und Abgase der Spitzenlastkessel in der unterirdischen Energiezentrale zwingend einen Abzug.

Gegen die Kaminanlage am östlichen Rand des Kasinogartens, schräg gegenüber dem Bezirksgerichtsgebäudes, hat der kantonale Denkmalschutz mit Erfolg opponiert. Der ebenfalls kritisch eingestellte Heimatschutz wäre zu einem Kompromiss bereit gewesen, wenn die IBAarau AG für «Ersatzmassnahmen» im heute längst «übernutzten» Park Hand geboten hätte.

Wie es nun mit dem ambitionierten Projekt weitergehen soll, ist laut Hans-Kaspar Scherrer im Moment «ungewiss». Es stünden zwei Optionen offen, nämlich «der Weiterzug des regierungsrätlichen Entscheids an die nächste Instanz, an das Aargauer Verwaltungsgericht», oder «die Suche nach einem anderen Standort für die Kaminanlage» im Umfeld der Energiezentrale. Wann die umweltfreundliche Anlage in Betrieb geht, ist völlig offen, nicht beziffern kann man zum jetzigen Zeitpunkt auch die anfallenden Mehrkosten dieses Rechtsstreites.

Neue Verhandlung mit Kinobesitzer

Gut möglich, dass jetzt eine früher evaluierte Alternative, nämlich jene hinter dem Kino Ideal an der Kasinostrasse, wieder aktiviert wird. Darauf deutet eine Kontaktaufnahme von Hans-Kaspar Scherrer mit dem Kinobesitzer Rolf Portmann hin, die sich in den nächsten Tagen zu einem Gespräch treffen wollen. Portmann ist «nicht grundsätzlich gegen ein solches Ansinnen», hat aber konkrete Vorstellungen über eine Entschädigung für den Eingriff in die Liegenschaft.

Hier lagen die Verhandlungspositionen im vergangenen Jahr weit auseinander. Unter anderem wünschte sich die IBAarau eine lange Bestandesgarantie für die beiden Kamine in der Grössenordnung von 50 Jahren.