«Musig i de Altstadt»

Käptn Peng: Der Pirat, der mit seiner Socke spricht

«Musig i de Altstadt» bittet heute Käptn Peng und seine Tentakeln als Hauptakt auf die Bühne. Ein mutiger, aber guter Entscheid.

«Unsere Nichtigkeit heisst zum einen Peng und Sie zum anderen herzlich Willkommen.» Mit diesen Worten aus einem seiner Songs «Der Anfang ist nah» begrüsst Robert Gwisdek (33) alias Käptn Peng womöglich auch heute die Zuhörer in der Markthalle. Mit seiner Band «den Tentakeln von Delphi», zu der auch Bruder Hannes (36) alias Shaban gehört, ist Käptn Peng der heutige Hauptakt von «Musig i de Altstadt».

Duett mit einer Socke:

Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi - Sockosophie

Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi - Sockosophie

Alternativ-Rap nennt man das wohl am ehesten, was in der Markthalle ab 21 Uhr geboten wird. Aarau erwartet ein Mix aus scheinbar wirren Reimen voller Wortwitz und Metaphern. Aus der Anfangszeit der Band hat ein besonderes Relikt bis heute überdauert: Als Bassdrum fungiert immer noch eine Betonmischwanne – auch auf Kuchenblechen, Koffern und Töpfen wird getrommelt.

Auftritt mit Sophie Hunger:

Sophie Hunger & Käptn Peng und die Tentakel von Delphi - 1983

Sophie Hunger & Käptn Peng und die Tentakel von Delphi - 1983

Als «seltsames Soundkonglomerat», beschreibt Robert Gwisdek seine Band. «Kryptisch» sind seine Texte, deren Gegenstand gerne auch Mal die Ernennung des Kreises zur Gottheit oder eine homosexuelle Liebesgeschichte zwischen einem Hahn und einem Falken ist. Dazu kommt das unkonventionelle Bühnenprogramm inklusive Füchsen, die sich in Albatrosse verwandeln oder Socken, die mit dem Sänger über den Ursprung des Seins diskutieren.

Das Liebeslied vom Habicht und vom Hahn hören Sie hier.

Vom «Tatort» auf die Bühne

Robert Gwisdek ist eigentlich Schauspieler. Unter anderem spielt er dreimal im «Tatort» mit. Zur Musik kommt der Quereinsteiger erst spät und eher nebenbei. Vor acht Jahren legt Bruder Hannes unter ein Gedicht von Robert elektronische Musik. Es entsteht «Oha», der erste Song von Käptn Peng und Shaban. Die beiden veröffentlichen aus Jux ein Video davon. Erst folgen Einladungen in Kneipen, dann weitere Songs, die Erweiterung des Duos um eine Band (2012) und schliesslich das erste Bandalbum «Expedition ins O» (2013). Obwohl sich die Gruppe selbst produziert und grösstenteils auf Werbung verzichtet, weitet sich der Erfolg aus. 2017 veröffentlicht die Band mit «Das nullte Kapitel» ihr zweites Studioalbum.

Bereits zum sechsten Mal spielt Käptn Peng mit seinen Tentakeln auch in der Schweiz. Zuletzt gastierte die Band 2016 auf dem Basler «Kulturfloos» im Rhein. In Aarau treten Gwisdek und Co zum ersten Mal auf. Der Eintritt bei «Musig i de Altstadt» ist frei.

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