Man hätte ihn wenigstens frühzeitig vor der Veröffentlichung des offenen Briefes anfragen dürfen, sagt Peter Hodel. Doch nicht deswegen verweigere er sich dem Gespräch, sondern weil es nicht zu seiner Aufgabe gehöre, über das vom Bundesamt für Energie (BFE) vorgegebene Verfahren der öffentlichen Mitwirkung zu diskutieren.

Auch will er nicht im Vorfeld zur Vollversammlung der Regionalkonferenz Anträge kommentieren.

Am 27. April wird die Regionalkonferenz darüber entscheiden, welche Oberflächenstandorte zuhanden des Bundesamts für Energie (BFE) empfohlen, beziehungsweise abgelehnt werden sollen. In dieser Vollversammlung werden Gemeinden, Vereine, Parteien, Interessengruppen aller Art, Kirchen, Atomkraftgegner und -befürworter und andere Gruppierungen mehr vertreten sein.

Ohne Suhr und Kölliken?

Durch Recherchen der «Schweiz am Sonntag» (Ausgabe vom 31. 3.) ist durchgesickert, dass die Leitungsgruppe der Plattform Jura-Südfuss die Empfehlungen der Fachgruppen übernehmen will und die Standorte Suhr und Kölliken ablehnt, während die beiden Standorte Däniken in der weiteren Evaluation verbleiben sollen.

Dies soll Geschäftsstellenleiter Markus von Arx gegenüber «Schweiz am Sonntag» bestätigt haben.

Peter Hodel lässt sich im Gespräch mit der AZ darauf nicht ein: «Für mich ist in dieser Sache Folgendes wichtig: Die Fachgruppen haben gute Arbeit geleistet. Sachlich korrekte und kritische Beurteilungen in ihren Aufgabengebieten sind das Resultat dieser Arbeit. Darauf basierend hat die Leitungsgruppe Anträge zuhanden der Regionalkonferenz formuliert, diese wird die abschliessenden und verbindlichen Entscheidungen fällen.»

Dies werde die offizielle Haltung der Plattform Jura Südfuss sein und nichts anderes. «Es ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht angebracht, die Anträge zu kommunizieren und zu kommentieren.»

Im übrigen macht Hodel darauf aufmerksam, dass die breit abgestützten Verfahren schweizweit die gleichen seien. Wer dies kritisieren wolle, solle sich an das Departement von Bundesrätin Leuthard halten.

Niederämter Atomgegner beteiligt

Im Nachbarkanton Solothurn wehrt sich der Verein «Niederamt ohne Endlager» (NOE) seit 2008 gegen die Nagra-Pläne. Im Gegensatz zum Verein KAAZ!, der sich erst im letzten Sommer gebildet hat, ist NOE Mitglied der Regionalkonferenz, wird also am 27. April beteiligt sein.

Peter Hodel: «KAAZ! ist eingeladen, an der bevorstehenden Vollversammlung ohne Mitspracherecht teilzunehmen.» Dem Verein stehe es frei, die Mitgliedschaft in die Regionalkonferenz zu beantragen. Er hätte gegen eine Aufnahme nichts einzuwenden.

Peter Hodel erklärt: «Von der Regionalkonferenz war niemand ausgeschlossen.» Doch als die Öffentlichkeit aufgerufen wurde, sich an der Mitwirkung zu beteiligen, sei das Echo nicht überwältigend gewesen. «Mich wundert aber nicht, dass sich jetzt die Leute zu interessieren beginnen, wo es konkret wird.»