Auenstein

Jura Cement ersucht um Bewilligung für Schlussspurt im Steinbruch

Die Jura-Cement-Fabriken AG ersucht um die vierte Abbaubewilligung für den Steinbruch am aktuellen Standort. Janine Müller

Die Jura-Cement-Fabriken AG ersucht um die vierte Abbaubewilligung für den Steinbruch am aktuellen Standort. Janine Müller

Das Gesuch für die 4. Abbaubewilligung im aktuellen Steinbruch liegt derzeit auf.

Rund 18 Prozent des in der Schweiz hergestellten Zements werden in Wildegg produziert. Das Rohmaterial dafür – vor allem Kalk und Mergel – holt die Jura-Cement-Fabriken AG (JCF) aus dem Steinbruch bei Auenstein und Veltheim. Nun liegt in beiden Gemeinden ein neues Abbaugesuch der JCF auf.

Es hat aber nichts mit der geplanten Erweiterung des Abbaugebiets zu tun. Das Gesuch bezieht sich nur auf den bisherigen Perimeter. Denn die Abbaugesuche sind dort jeweils nur für rund 15 Jahre gültig, wobei der Gemeinderat alle fünf Jahre entscheidet, ob er die nächste Etappe freigibt. Im März 2019 läuft die letzte Etappe der Abbaubewilligung 3 aus; sie war 2013 freigegeben worden.

Beim aktuellen Gesuch geht es also um die vierte Abbaubewilligung, die letzte im bezeichneten Perimeter. Konkret sollen «die noch lokal vorhandenen Ressourcen genutzt werden», heisst es im Technischen Bericht, der dem Baugesuch beiliegt. Erstellt wurde er von der Porta AG, der Firma des designierten Gemeindeammanns. Die Rede ist von 1,09 Mio. Kubikmeter Rohmaterial, das noch im Steinbruch liegt. Sie werden zirka von 2019 bis 2021/22 abgebaut, anschliessend laufen bis 2023 Rekultivierungsmassnahmen. Der Abbau erfolgt mittels Sprengungen und allenfalls mit einer Felsfräse, welche die JCF kürzlich getestet hat.

Fräsen vor Publikum: Die einzigartige Bodenfräse wird der Bevölkerung vorgestellt.

Fräsen vor Publikum: Die einzigartige Bodenfräse wird der Bevölkerung vorgestellt (3. April 2017)

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Reduktion der Emissionen

Dem Baugesuch ist auch ein privatrechtlicher Vertrag beigelegt, den es so noch nie gegeben hat. Unterschrieben wurde er von der Jura-Cement-Fabriken AG einerseits und den Gemeinden Auenstein und Veltheim andererseits. Mit dem Vertrag haben sich die Parteien darauf geeinigt, ab der nächsten Bauetappe die Belastung der Bevölkerung durch Lärm, Staub und Erschütterungen zu verringern. Die Erschütterungen sollen beispielsweise um mindestens ein Drittel reduziert werden. Es wurden konkrete Massnahmen zur Überwachung und Reduktion der Emissionen definiert, ausserdem gibt es eine «Begleitgruppe Steinbrüche JCF», der neben Behörden und JCF-Leuten auch Anwohner beider Gemeinden angehören. Sie kann zwar selber keine Massnahmen verfügen, diese aber bei den Gemeinderäten beantragen.

Das Baugesuch liegt noch bis zum 5. Dezember bei den Gemeindeverwaltungen auf. Im Hintergrund laufen derweil die Vorbereitungen für die Steinbruch-Erweiterungen.

Nutzungsplanänderung

Der kantonale Richtplan ist rechtskräftig, nun sind die Gemeinden daran, die Teiländerung der Nutzungsordnung auszuarbeiten. Und dann braucht es Volksentscheide: Einerseits müssen die Ortsbürgergemeinden Ja sagen; sie sind in beiden Gemeinden Besitzer der Parzellen, auf denen die Erweiterung geplant ist. Zweitens muss das Stimmvolk die Nutzungsplanänderung genehmigen. Voraussichtlich werde im ersten Quartal 2018 eine ausserordentliche Gemeindeversammlung abgehalten, sagt der Auensteiner Gemeindeschreiber Jürg Lanz. Im Dezember sind in beiden Gemeinden Infoveranstaltungen zusammen mit Behörden und Vertretern der JCF geplant. In Auenstein findet sie am 14. Dezember statt.

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