Küttigen
Jüngere Pensionierte helfen älteren Pensionierten

Die Cafeteria «s'Zäni» wird seit 25 Jahren ehrenamtlich geführt. Junge Helfer zu finden, ist heute schwierig. Jeden Nachmittag servieren Freiwillige den Gästen und Bewohnern Getränke und kommen mit ihnen ins Gespräch.

Daniel Vizentini
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Erst letztes Jahr wurde das Seniorenzentrum Wasserflue in Küttigen renoviert und die neue Cafeteria «s'Zäni» eingeweiht. Während sich die Bewohner noch an die moderne Einrichtung gewöhnen, haben die Betreiber der Cafeteria andere Sorgen: «Uns fehlen etwa 5 bis 10 Helfer», sagt Roland Wehrli.

Seit das Seniorenzentrum vor 25 Jahren eingeweiht wurde, wird die Cafeteria ehrenamtlich betrieben. «Meine Mutter war eine der Ersten, die hier in der Cafeteria serviert haben», erzählt er. «Als meine Ehefrau und ich vor 10 Jahren zurück nach Küttigen kamen, entschieden wir uns, das Seniorenzentrum ebenfalls zu unterstützen.»

Heute sind Susi und Roland Wehrli 85 Jahre alt. Noch helfen sie mit an der Bar. «Am Samstag hat eine Bewohnerin ihren 90. Geburtstag gefeiert. Die Cafeteria war voll, wir sind pausenlos hin und her gerannt», erzählt Roland Wehrli. «Auch wenn wir am Abend müde waren - wir haben es gerne, wenn etwas los ist», sagt Susi Wehrli. Nach 10 Jahren Einsatz vor und hinter der Theke wünscht sich das Ehepaar, dass jüngere Helfer ihnen nachrücken.

«Eine sinnvolle, dankbare Arbeit»

«Es müsste jemand sein, der mit dem Herz dabei ist», sagt Susi Wehrli. «Die Arbeit ist sehr dankbar. Man hat immer wieder gute Gespräche mit den Bewohnern.» Hinter der Theke stehen gerade Liselotte Boll und Irene Berner. Älteren Menschen zu helfen - das sei ihre Motivation. «Ich arbeite hier, seit es das Seniorenzentrum gibt», sagt Liselotte Boll. «Alle Pensionierten sollten etwas für andere tun, solange sie gesundheitlich noch fit sind. Wenn wir die Arbeit hier nicht mehr machen, wer macht sie dann?» Ihre Kollegin, Irene Berner: «Ich wurde von Liselotte überredet, hier zu arbeiten. Als sie hörte, dass ich pensioniert werde, hat sie mich angefragt.» Bereut habe sie es nicht. «Es ist eine sinnvolle Arbeit, die guttut.»

Bewohner sind froh um Gespräche

Hinter der Cafeteria steht der Verein Seniorenzentrum Wasserflue, dem Susi und Roland Wehrli angehören. «Der Verein ist für die Beziehungen unter den Bewohnern und von den Bewohnern zum Heim verantwortlich», sagt Roland Wehrli.

Jeden Nachmittag von 14 bis 17 Uhr servieren Freiwillige den Gästen und Bewohnern Getränke und kommen mit ihnen ins Gespräch. «Die Bewohner sind froh um den Austausch. Es ergeben sich jeweils gute Bekanntschaften», sagt Roland Wehrli. Die meisten Helfer stehen zwei Mal im Monat hinter der Bar. Susi und Roland Wehrli helfen jeweils am Samstag- und Sonntagnachmittag. «Weil es dann am schwierigsten ist, Helfer zu finden», sagt Roland Wehrli. Immerhin: Dann ist in der Cafeteria am meisten los, So, wie sie es mögen.