Aarau

Junge Aarauer Künstlerin ist für kurze Zeit zurück aus London

Leonie Brandner, die junge Aarauer Künstlerin, stellt zum zweiten Mal in Aarau aus.

Leonie Brandner, die junge Aarauer Künstlerin, stellt zum zweiten Mal in Aarau aus.

Die Aarauer Künstlerin Leonie Brandner studiert seit zwei Jahren in London. Jetzt zeigt sie ihr Schaffen im Kunstraum.

In biographischer Hinsicht ist die Website von Leonie Brandner nicht sehr ergiebig. Man erfährt, dass sie in Aarau zur Schule gegangen ist, in Luzern den gestalterischen Vorkurs besucht hat und gegenwärtig in London am Chelsea College of Art studiert. Leonie Brandner ist ja auch noch jung, erst 23-jährig, umso erstaunlicher ist die bereits ziemlich lange Liste von Ausstellungen. Viele davon fanden in London statt, bisher nur eine in Aarau, nämlich an der «Auswahl 14» im Aargauer Kunstmuseum.

Nun stellt sie wieder in Aarau aus, im Kunstraum Aarau. Dieser liegt im alten Gebäude im Ochsengässli im zweiten Stock, zu dem man sich über eine schmale Wendeltreppe hinaufwindet. Auch eine Erfahrung mit «Raum und Bewegung», dem dominierenden Thema der Künstlerin.

«Empty Space Within or Below» nennt sie ihre Ausstellung, die am 21. August eröffnet wird. Es ist die Definition des Wortes «hollow» (hohl). Mit der Ausstellung im Kunstraum wolle sie die Unsicherheit aufzeigen, mit der wir uns in einer sich ständig verändernden Welt bewegen, sagt sie. Ständig müssten wir uns an Neues gewöhnen und bevor sich Vertrauen einstellen könne, werde das Neue abgelöst von einer weiteren Unbekannten.

«Wir ordnen unser Leben, unterteilen es wie einen Satz mit Kommas in kleine verständliche Portionen und vernetzen die Einzelteile zu einem Ganzen. Das Quietschen der Zimmertüre in den Angeln, der Geruch von Kaffee am Morgen, die steten Kreisbewegungen der Zahnbürste. So knüpfen wir ein passgenaues Netz unserer Selbst, einen sicheren Hohlraum, zu dem nur wir Zugang haben», erklärt sie.

Die Matur hat Leonie Brandner an der Alten Kantonsschule Aarau gemacht, zweisprachig in Deutsch und Englisch. Nach einem Austauschjahr als 17-Jährige in London wusste sie: Das ist die Stadt, in der ich studieren will. «Ich bin in Aarau, dieser kleinen Stadt, aufgewachsen, zu der im Vergleich schon Zürich sehr gross ist, doch London erst.» London sei für eine junge Künstlerin ein hartes Pflaster, sagt sie. Doch London biete enorm viel. «Unglaubliche Sachen sind da zu sehen, viele Erfahrungen zu machen und Begegnungen.» Begegnungen mit Menschen, rund die Hälfte der Studierenden an der Kunstschule sind international, Begegnungen mit Kunst und Künstlern an der Schule oder in den vielen Galerien.

Leonie Brandner erfährt die Grossstadt London mit dem Fahrrad: «Mit der U-Bahn taucht man irgendwo ab und kommt irgendwo wieder an die Oberfläche. Wie sich die beiden Orte zueinander beziehen, weiss man nicht.» Mit dem Fahrrad bewegt sie sich, wie mit ihrer Kunst, im Raum, sucht Verknüpfungen, die Orientierung ermöglichen. Brandner arbeitet gern mit den Händen. «Ich bin ein Materialmensch», sagt sie. Sie macht aber auch konzeptionelle Kunst, in die sie Text, Ton und bewegtes Bild einbaut.

Kunstraum Aarau, Ochsengässli, Aarau: Leonie Brandner, Empty Space Within or Below, 22. 8. – 20. 9.; Do 18 – 19 Uhr, Fr 17 –  19 Uhr, Sa und So 13 – 16 Uhr. Vernissage: Freitag, 21. August, 19 Uhr.

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