Aarau

Junge Aarauer Architekten gewinnen Wettbewerb zum IBAarau-Werkhof

Das Siegerprojekt für den neuen IBA-Werkhof an der Industriestrasse, 350 Personen werden hier arbeiten.

Das Siegerprojekt für den neuen IBA-Werkhof an der Industriestrasse, 350 Personen werden hier arbeiten.

Im Herbst 2017 will die IBAarau das neue Werkhof- und Bürogebäude an der Industriestrasse beziehen. Den Architekturwettbewerb hat ein junges Aarauer Team gewonnen. Im neuen Bürogebäude werden 350 Arbeitsplätze mit Option auf 100 weitere geschaffen.

«Das ist wie ein Sechser im Lotto», sagte Architekt Philipp Schenker, der sich vor wenigen Jahren zusammen mit seinen Partnern selbstständig gemacht hat und an der Schachenallee ein Büro betreibt. Am Wettbewerb hatten sieben arrivierte Architekturbüros sowie ein Nachwuchsteam teilgenommen.

Dass ausgerechnet das Nachwuchsteam Gautschi, Lenzin, Schenker, erst noch aus Aarau stammend, den Wettbewerb deutlich habe gewinnen können, freue ihn speziell, meinte der CEO der IBAarau, Hans-Kasper Scherrer, als er gestern das Projekt den Medien vorstellte.

Auslöser ist Aarekraftwerk

Ausgelöst wurde das Projekt durch die Neukonzessionierung des Aare-Kraftwerks. Der Stadtrat forderte die IBAarau auf, gleichzeitig mit dem aufwendigen Umbau des Kraftwerks die Umnutzung der Kraftwerksinsel zu prüfen und alternative Standorte für den Werkhof an der Erlinsbacherstrasse zu suchen.

Im September 2012 konnte die IBAarau das Industrieareal der Firma Lonstroff an der Industriestrasse in Buchs erwerben. Diese zügelt ihre Produktion nach Merenschwand.

Der neue Werkhof der IBA-Firmengruppe führt die einzelnen Werkhöfe zusammen und ermöglicht die gemeinsame Nutzung der Werkstätten, Lager und Hallen. Im neuen Bürogebäude werden 350 Arbeitsplätze sowie Reserven für weitere 100 Mitarbeitende geschaffen. «Das Projekt dürfte zwischen 60 und 70 Millionen kosten», schätzt Scherrer, «es soll ja auch hundert Jahre halten.» Er betont, dass ausgeschiedene Wettbewerbsprojekte wahrscheinlich um einiges teurer kämen.

Architekt Philipp Schenker und IBAarau-CEO Hans-Kaspar Scherrer (rechts) stellen das Projekt vor.

Architekt Philipp Schenker und IBAarau-CEO Hans-Kaspar Scherrer (rechts) stellen das Projekt vor.

Beim Stadion, aber in Buchs

Die neuen IBA-Bauten schliessen unmittelbar an das Stadtentwicklungsgebiet Torfeld Süd an. Es liegt, in Nachbarschaft zum Stadion, auf Buchser Boden. «Der IBA-Sitz bleibt mit dem Stammhaus in der Oberen Vorstadt in Aarau», betont Hans-Kaspar Scherrer. Das Areal misst 27 000 Quadratmeter.

Die IBA will davon 15 500 m2 selber überbauen und 3000 m2 als Reserve frei halten. 7000 m2 sollen für eine gemischte Nutzung mit Gewerbe und Wohnen verkauft werden.

«Vor allem bezüglich Funktionalität, aber auch in städtebaulicher Hinsicht stellt das komplexe Raumprogramm an uns Architekten hohe Anforderungen», sagte Schenker.

Das neue Verwaltungsgebäude wird analog zu den anderen Bauten an der Industriestrasse etwas von der Strasse weggerückt. Es entsteht ein grosszügiger Freiraum vor dem Haupteingang. Der Bürotrakt umschliesst ein Atrium. Die Gebäudekörper sind in der Höhe gestaffelt und nehmen zwischen Stadion und Wohnquartier Rücksicht auf die Umgebung.

Eine zweistöckige Tiefgarage mit 100 Stellplätzen für die Betriebsfahrzeuge der IBAarau Elektro AG und rund 250 Plätze für Mitarbeitende, Poolfahrzeuge und Besucher sind über den neuen Kreisel der Industriestrasse direkt zugänglich.

Hans-Kaspar Scherrer geht davon aus, dass im Frühjahr 2015 das Baugesuch eingereicht wird. Nach zwei Jahren Bauzeit sollen die Gebäude im Herbst 2017 bezogen werden. Das rund 12 000 Quadratmeter grosse Areal auf der Kraftwerksinsel wird renaturiert, es werden unter anderem zwei grosse Teiche angelegt. Das rund 6 200 Quadratmeter grosse Areal des Werkhofs an der Erlinsbacherstrasse soll gemäss Scherrer später umgenutzt werden.

Öffentliche Besichtigungen Lonstroff-Areal, Halle 7, heute Samstag, 5. April, 10 –12 Uhr, Montag, 7. April, und Mittwoch, 9. April, 17–19 Uhr, Freitag, 11. April, 16 –18 Uhr.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1