Boxen

Jung-Boxer kämpfen heute in Aarau gegen falsche Vorurteile an

Sivan Sommer vom Box Club Aarau wird heute den Vize-Schweizer-Meister herausfordern.

Sivan Sommer vom Box Club Aarau wird heute den Vize-Schweizer-Meister herausfordern.

Das Meeting in der Kasernenturnhalle in Aarau gibt jungen Boxern heute Samstag die Möglichkeit, sich mit anderen zu messen. Im Ramplicht stehen werden Sivan Sommer vom Box Club Aarau und die beiden Junioren Bashkim Azemi und Jasohtaran Sivapatham.

Amateurboxer in der Schweiz haben es nicht leicht, denn es gibt nur vereinzelt Gelegenheiten, sich mit anderen zu duellieren. «Es kann sein, dass ein Boxer ein halbes Jahr oder länger warten muss, bis er kämpfen kann», beschreibt Urs Keller, Präsident des Box Clubs Aarau, das Problem. Mit der Organisation des Box-Meetings versuchen die Aarauer in Zusammenarbeit mit anderen regionalen Vereinen dem Problem entgegenzuwirken. «Wir wollen den Jungen eine Möglichkeit bieten, sich auf ihrem Niveau zu messen», erklärt Keller.

Technik und Schnelligkeit

Einer dieser jungen Boxer ist Sivan Sommer, der im Box Club Aarau trainiert. Er wird in seinem heutigen Kampf den Vize-Schweizer-Meister in der Kategorie Jugend, Arnes Lukac, herausfordern. Neben dem Einsatz von Sommer verspricht auch der Revanchekampf zwischen den Junioren Bashkim Azemi und Jasotharan Sivapatham spannend zu werden. «Die beiden standen sich Anfang März an den Junioren-Schweizer-Meisterschaften im Final gegenüber. Der Kampf wird sicher ein Highlight des Box-Meetings», sagt Keller.

Die Zuschauer kommen heute Nachmittag ab 14 Uhr in den Genuss von nicht weniger als 18 Amateurboxkämpfen in verschiedenen Alters- und Gewichtsklassen. Die Organisatoren wollen den Anlass aber auch nutzen, um die falschen Vorurteile, die rund um den Boxsport kursieren, aus der Welt zu schaffen. «Die Leute sollen sehen, dass es beim Amateurboxen nicht darum geht, sich zu verprügeln, sondern dass es vor allem auf Technik, Schnelligkeit und Ausdauer ankommt», sagt Keller.

Ein richtiger Boxboom

Die Idee, dass hinter dem Boxen wesentlich mehr steckt, als sich nur sinnlos den Kopf einzuschlagen, scheint sich bei der Bevölkerung vermehrt durchzusetzen. Darauf lassen zumindest die explosionsartig ansteigenden Mitgliederzahlen des Box Clubs Aarau schliessen. «In den letzten drei Jahren ist der Club jeweils um 30 Prozent gewachsen. Wir können uns vor Neumitgliedern kaum mehr retten», freut sich Urs Keller.

Die Gründe dafür sieht der Präsident vor allem im Umdenken der Bevölkerung. «Viele suchen Alternativen zu den Fitnesscentern und wollen etwas Neues ausprobieren.» So ist es denn auch das Fitnessboxen, das sich grosser Beliebtheit erfreut. Dabei geht es nicht ums Boxen an sich, sondern um die Fitness. Neben der Boxtechnik werden auch Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit trainiert, Körperkontakt gibt es anfangs hingegen kaum. Es überrascht daher nicht, dass dieses Angebot auch vermehrt von Frauen und älteren Leuten genutzt wird. Der Boxsport ist also auf dem besten Weg, sein negativ konnotiertes und brutales Image hinter sich zu lassen.

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