Flösserplatz

Jugendhaus Flösserplatz soll mehr «Lifestyle» bieten

Das Leitungsteam des Jugendhauses Flösserplatz an der alten Bar, die «lifestyliger» werden soll: Zivildienstler Marco Etter, Praktikant Jonas Hufschmid, Programmverantwortlicher Marco Hagenbuch, Programmverantwortliche Nicole Sommerhalter und Leiter Frank Fischer (es fehlt Techniker Oliver Deiss). Foto: kus

Das Leitungsteam des Jugendhauses Flösserplatz an der alten Bar, die «lifestyliger» werden soll: Zivildienstler Marco Etter, Praktikant Jonas Hufschmid, Programmverantwortlicher Marco Hagenbuch, Programmverantwortliche Nicole Sommerhalter und Leiter Frank Fischer (es fehlt Techniker Oliver Deiss). Foto: kus

Im Jugendhaus Flösserplatz sammeln die Jungen ihre ersten Ausgangserfahrungen – unterstützt vom fünfköpfigen Leitungsteam, das mit den rasanten Wechseln Schritt halten muss.

Im Jugendhaus Flösserplatz in Aarau kehrt nie Ruhe ein. Alle zwei, drei Jahre muss die Leitung nicht nur neue Veranstalter suchen, sondern auch neues Publikum. Denn die Jugend ist mit Tempo unterwegs: Schnell ist ihnen das «Jugi» nicht mehr genug cool und sie ziehen weiter.

Frank Fischer weiss das. Der Leiter des Jugendhauses sagt: «Wir haben eine Gruppe von sieben Jugendlichen zusammengestellt, um herauszufinden, wie sie den aktuellen Flösserplatz finden und was sie sich wünschen. So näherten wir uns der neuen Zielgruppe.» Fischer hat eine These: «Die neue Generation ist weniger alternativ, sie will mehr Lifestyle.» Deshalb soll nun der obere Raum im Flösserplatz neu gestaltet werden – lifestyliger eben.

Ein 21-jähriger Aarauer kam aus eigenem Antrieb auf Fischer zu und präsentierte ihm Vorschläge, wie der Raum in Zukunft aussehen könnte. Fischer gefällt das. «Jede Generation hat neue Ansprüche. Ein Jugendhaus ist eine Dauerbaustelle.»

Die Sommerterrasse soll nächstes Jahr endlich wieder in Betrieb genommen werden. Der Verschlag wurde durch Plexiglas-Wände und mit einer neuen Beleuchtung gemütlicher gemacht. Jetzt fehlt noch die Innenausstattung.

Sprayereien werden verschwinden

Die gesprayten Bilder an den Wänden werden verschwinden. «Die Hip-Hop-Szene ist zwar immer noch ein Thema», sagt Praktikant Jonas Hufschmid, «aber sie gibt nicht mehr den Ton an.» Das Publikum strömt weniger als auch schon zu Hip-Hop-Konzerten. «Es geht mehr Richtung elektronischer Musik», sagt Programmverantwortliche Nicole Sommerhalder. Elektronische Musik, das ist: Techno, Minimal, House, Drum ’n’ Base, Goa und Dubstep – eine Musikrichtung die in London aus dem Stil Garage entstanden ist.

Doch das reicht nicht: «Die Jungen wollen meist nicht mehr einen ganzen Abend lang denselben Musikstil hören», sagt Sommerhalder. Bravo-Hit-Partys sind hingegen angesagt. «Das finden sie toll. Es ist erstaunlich, dass sie die Hits aus den 90er-Jahren alle kennen!»

Neu organisiert eine Gruppe aus Kantonsschülern ab November ausserdem Regeaeton-Partys. Reggaeton ist Reggae mit lateinamerikanischen und elektronischen Einflüssen.

Viele Kantonsschüler

Die Kantonsschüler sind eine stark vertretene Gruppe im Flösserplatz. Sie organisieren die meisten Veranstaltungen. «Da beginnen die Jugendtrends», ist Fischer überzeugt. Die Zusammenarbeit mit Kantischülern sei einfacher als mit den weniger einheitlich organisierten Berufsschülern, die ausserdem weniger Freizeit hätten. Seit Hip-Hop etwas an Bedeutung verloren hat, gibt sind auch weniger Lehrlinge im Publikum.

Ab 16 Jahrenist der Flösserplatz offen, das Durchschnittsalter liegt bei 19 Jahren. Genau wie das Publikum ziehen auch die Veranstalter nach wenigen Jahren weiter und müssen ersetzt werden. 60 bis 80 Junge gestalten das Programm auf eigene Initiative, hinzu kommen Teams für Fotos, die Kasse, Facebook-Trailer und Technik. So organisiert die Jugend für die Jugend im Flösserplatz 150 Veranstaltungen pro Jahr. 20000 Besucher sind es jährlich, die hier ihre ersten Ausgangserfahrungen sammeln, organisieren lernen –und Trends setzen.

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