Regionale Jugendarbeit
Jugendarbeiter aus sechs Gemeinden spannen zusammen

Mit dem Geld aus den sechs Gemeinden Aarau, Buchs, Suhr, Gränichen, Ober- und Unterentfelden sollen grosse Projekte für die Jugendarbeit realisiert werden. 23 875 Franken sind im Pott.

Janine Müller
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Die Jugendarbeiter planen ein grosses Microsoccer-Turnier. In Aarau fand im Herbst ein kleineres statt. jam

Die Jugendarbeiter planen ein grosses Microsoccer-Turnier. In Aarau fand im Herbst ein kleineres statt. jam

Janine Müller

Jugendliche halten sich nicht an Gemeindegrenzen. Sie sind mobil; sind mal zu Hause, mal in der Stadt Aarau unterwegs. Für das Netzwerk Jugendarbeit Region Aarau (Jara) ein Grund, die regionale Zusammenarbeit zu verstärken. Dies passiert nun mit einem gemeinsamen Kredit. Eine Vereinbarung wurde von sechs Gemeinden Ende 2013 unterschrieben.

Das Pilotprojekt wurde per 1. Januar 2014 gestartet. Vier Jahre soll es dauern. Beteiligt sind die Gemeinden Aarau, Buchs, Suhr, Gränichen, Ober- und Unterentfelden. 23 875 Franken sind im Pott. Die Gemeinden beteiligen sich finanziell anteilsmässig nach ihrer Einwohnerzahl. Ein jährlicher Rechenschaftsbericht dient als Kontrolle.

«Die Jugendarbeitenden entscheiden, wie der Kredit eingesetzt wird. Mehrheitlich werden wohl Projekte finanziert und Infrastruktur angeschafft, welche die Möglichkeiten einer einzelnen Arbeitsstelle übersteigen würden», sagt Daniele De Min, Jugendkoordinator der Stadt Aarau. Auch Weiterbildungen könnten mit diesem Geld finanziert werden.

Arbeitsbedingungen verbessern

Die verschiedenen Jugendarbeitsstellen halfen bei der Ausarbeitung des Pilotprojekts mit. Es sei ihnen ein Anliegen gewesen, dass die Jugendarbeit in der Region besser koordiniert und die Arbeitsbedingungen verbessert werden, sagt etwa Elke Ballmer, Präsidentin der Jugendarbeit Entfelden.

Obwohl die beiden Gemeinden für eine bessere Vernetzung in der Region sind, haben sie keine Erhöhung ihrer Beiträge bewilligt. Die jährlichen Beiträge an den Projektkredit werden teilweise aus Rückstellungen geleistet. «Wir haben aber ein Gesuch für finanzielle Unterstützung beim Kanton gestellt», sagt Ballmer.

Die Jugendarbeiter würden sich auf das Projekt freuen, sagt Ballmer. Denn für die kleineren Jugendarbeitsstellen in der Region sei es schwierig, grosse Projekte zu realisieren. Zudem fehlen oftmals auch die finanziellen Mittel dazu. In den Gemeinden arbeiten die Jugendarbeiter praktisch nur Teilzeit. «Sie sind oft auf sich alleine gestellt», sagt Ballmer. Umso schwieriger ist es, in der verbleibenden Arbeitszeit etwas Grösseres zu realisieren.

Mit einer gemeinsamen Infrastruktur soll die Situation für die einzelnen Jugendarbeiter verbessert werden. Die Jugendarbeiter können sich austauschen, Probleme besprechen, Ideen entwickeln.

Gemeinsame Ressourcen nutzen

Ähnlich positiv klingt es von den anderen Gemeinden. Die Nutzung von gemeinsamen Ressourcen bringe nur Vorteile für die Jugendarbeiter, aber auch für die Jugendlichen, sagt Barbara Keusch, ehemalige Gemeinderätin von Buchs. «Der Kreditfonds bringt den Gemeinden vor allem auch eine unbürokratische Realisierbarkeit von gemeindeübergreifenden Themen», ergänzt Carmen Suter-Frey, Gemeinderätin von Suhr. In Gränichen, wo die Jugendarbeit zurzeit still steht, erhofft man sich interessante Ideen. «Positiv ist auch, dass man sich so die Kosten teilen kann», sagt Gemeinderat Peter Hofmann.

Ursprünglich wäre eine regionale Trägerschaft mit einer zentralen Leitung der Jugendarbeit geplant gewesen. Die Fachhochschule Nordwestschweiz arbeitete eine Vorstudie aus. Einige Gemeinden lehnten dies ab. Zu gross wäre der organisatorische und bürokratische Aufwand gewesen.