Aarau

Jüngster Einwohnerrat Matthias Zinniker (19): «Es soll auch Spass machen»

Der 19-jährige Matthias Zinniker sitzt am Montag erstmals im Einwohnerrat von Aarau. Auf die neue Aufgabe freut er sich mächtig.

Der 19-jährige Kantonsschüler Matthias Zinniker ist das jüngste Mitglied des Aarauer Einwohnerrates. Dieser tritt heute Montagabend zur konstituierenden Sitzung für die Legislatur 2018 – 2021 zusammen. Zum ersten Mal kann also der junge Freisinnige als Einwohnerrat im Grossratssaal Platz nehmen. Er freut sich ungemein: Das Einwohnerratsmandat sei etwas ganz Neues für ihn. Auf der einen Seite handle es sich um eine Verpflichtung. «Auf der andern Seite soll es aber auch Spass machen.» Der ernsthaft und überlegt wirkende junge Mann, für den die Wahl im November eher unerwartet kam, sieht das Ganze von daher auch ein wenig wie ein weiteres Hobby.

Ein solches nimmt freilich Zeit in Anspruch. Das Einwohnerratsmandat etwa ist nicht zuletzt mit dem Studieren von Vorlagen sowie mit Fraktions- und andern Sitzungen verbunden. Und aktiv ist Matthias Zinniker auch sonst schon. Im Sommer will er an der Alten Kantonsschule die Matura mit Schwerpunkt Wirtschaft und Recht machen. Daneben ist er seit letztem Herbst Präsident der Kantonsschülerverbindung KTV. Zudem ist er als Nachwuchsverantwortlicher und Vorstandsmitglied beim Tischtennisclub Aarau engagiert. Als weitere Hobbys nennt er Lesen und Skifahren. Lässt sich das alles unter einen Hut bringen? – Matthias Zinniker ist zuversichtlich. Natürlich, räumt er ein, brauche es eine gute Planung. Das KTV-Präsidium wird er zudem im Frühjahr abgeben. Und er ist Single.

Der neue Einwohnerrat von Aarau in Bildern:

«Der Rest ergibt sich dann»

Nach der Matur im Sommer wartet erst einmal die Rekrutenschule auf den Neo-Einwohnerrat. Anschliessend will Zinniker Rechtswissenschaften studieren – in Bern oder in Zürich. An beiden Universitäten habe es ihm beim Schnuppern gut gefallen, sagt er. Und was sind seine persönlichen Ziele in der Politik? Er ist ja «erblich vorbelastet». Sein Vater und schon sein Grossvater väterlicherseits schafften es in den Aarauer Stadtrat, der Grossvater mütterlicherseits sass ebenfalls schon im Einwohnerrat. «Ich schaue jetzt erst einmal, wie es im Einwohnerrat ist», antwortet der 19-Jährige. «Der Rest ergibt sich dann. Ob ich Lust auf mehr habe, sehe ich später.»

Seit rund einem Jahr ist Zinniker FDP-Mitglied. Politisch interessiert, sagt er, sei er schon mit 15, 16 Jahren gewesen. Und nach dem Austausch-Halbjahr in Kanada, als er stimmberechtigt wurde, habe sich das Interesse an der Politik noch verstärkt. Bei der Durchsetzungsinitiative habe er sich erstmals «so richtig in eine Vorlage hineingelesen». Es sei aber wohl auch so, dass in seiner Klasse mehr über Politik diskutiert werde als in vielen andern Klassen an der Kanti.

Gut aufgenommen in der Fraktion

In der FDP-Fraktion, bestätigt Zinniker, sei er, zusammen mit den andern drei Neulingen, gut aufgenommen worden. Sein erster Eindruck: «Ganz tolle Kolleginnen und Kollegen – wir verstehen uns gut.» Die Neuen seien mit vielen spannenden Informationen zum Ratsbetrieb versorgt worden. Natürlich habe er diesbezüglich auch zu Hause einiges mitbekommen. Auf die Frage, ob es in der Fraktion geheissen habe, am Anfang gelte es, den Mund zu halten, antwortet Zinniker lachend: «Nein, so war es nicht.»

Und welches sind seine Hauptinteressensgebiete im Parlament? Zunächst interessiere ihn einmal, was, ganz allgemein, mit Sport zu tun habe, antwortet Zinniker. Hier schlägt er eine Brücke zur Stadion-Frage: «Als FC-Aarau-Fan finde ich, es wäre schön, wenn nun der Volksentscheid endlich einmal umgesetzt würde.» Was das Thema Steuern und Finanzpolitik angeht, ist sich Zinniker nicht sicher, ob es die letzte dreiprozentige Steuererhöhung gebraucht hat. Überzeugt ist er hingegen, dass die Stadt einen ausgeglichenen Haushalt ohne weitere Steuererhöhungen hinkriegt.

Von der Tatsache, dass es im Einwohnerrat eine hauchdünne Mitte-Links-Mehrheit gibt und das bürgerliche Lager oftmals als Verlierer aus den Abstimmungen hervorgeht, will sich der Jüngste im Rat nicht frustrieren lassen. Er freue sich so oder so auf die politische Auseinandersetzung, lässt er durchblicken.

Als Velofahrer «ziemlich sicher»

Zum Medientermin in der Altstadt ist Matthias Zinniker mit dem Velo gekommen. Gelegenheit, ihn auf die im März zur Abstimmung gelangende Mobilitätsinitiative anzusprechen. Er selber, sagt er, fühle sich als Velofahrer in Aarau «ziemlich sicher». Das von den Initianten thematisierte Bedürfnis sei für ihn aber nachvollziehbar. Sein Fazit: «Ich bin für den Gegenvorschlag, die Initiative dagegen geht mir zu weit.»

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