Schafmatt
Jubiläum auf 850 Meter über Meer

Im Berghaus auf der Schafmatt konnten Familien am Sonntag dem tristen Alltag entfliehen. Heute ist das Schafmatt ein wichtiges Naherholungsgebiet.

Hubert Keller
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Das Haus liegt 850 Meter über Meer. «Der richtige Ort, den Kopf durchzulüften», sagte Regierungsrat Urs Hofmann, der – selber Mitglied der Aarauer Sektion – den Naturfreunden einen Besuch abstattete.

Hier oben könne man dem Nebel des Aaretals entfliehen und den Weitblick geniessen, sagte der Regierungsrat, dem fürs Wandern heute leider oft die Zeit fehle.

Ein Zeugnis der Solidarität

Die sozialen Verhältnisse waren in der Zwischenkriegszeit miserabel. Vor allem Familien mit kleinen Einkommen hätten sehr leiden müssen, erklärte Hansruedi Bürgi, seit 32 Jahren Präsident der Naturfreunde Aarau: «Teuerung, Wohnungsmangel, Abwertung, Väter, die dem Alkohol verfielen.»

Besonnene Gewerkschafter und SP-Mitglieder hätten sich damals zusammengetan, berichtete Bürgi: «Die einfachen Leute merkten, gemeinsam können wir etwas erreichen.» Und so sei das Schafmatthaus ein wichtiges Zeugnis der Solidarität.

Wichtiges Naherholungsgebiet

Im Berghaus auf der Schafmatt konnten Familien am Sonntag, manchmal bereits am Samstagnachmittag, dem tristen Alltag entfliehen.

Heute sei die Schafmatt wichtiges Naherholungsgebiet für alle Bevölkerungsschichten, nicht mehr nur für Arbeiterfamilien, die sich Ferien nicht leisten könnten, sagte Regierungsrat Hofmann und fügte mit einem Schmunzeln an: «Heute ist die Schafmatt für die Aarauer der Inbegriff von Alpenluft, auch wenn im Baselbiet liegend.»

Das Jubiläum wurde im kleinen Rahmen mit verschiedenen Vertretern des Naturfreundeverbandes, mit Behördemitgliedern aus Aarau und Oltingen gefeiert und mit «Gschwellten und Chäs». Die Baselbieter Gemeinde Oltingen ist Standortgemeinde.