Wenn morgens im Büro der Computer startet, wirft Eric Schenker ein paar Bälle. Zum Wachwerden. Auch jetzt tanzen sie in seinen Händen. Bücken muss er sich selten, man muss sich beim Fotografieren nicht beeilen.

Daneben steht Marc Hangartner. Ausser seinen Händen bewegt er nichts, blickt in die Kamera, fast gelangweilt. Es ist klar: Was vom 7. bis zum 9. Juni im Stadtteil Rohr abgehen wird, sind mehr als bloss drei Bälle.

150 bis 200 Jongleurinnen und Jongleure werden erwartet. Sie schlafen in der Zivilschutzanlage bei der Aauenhalle oder auf der Wiese im Zelt. Es gibt einen Grillabend, Workshops, Kinderbetreuung, einen Markt und am Samstagabend eine grosse Show für die Bevölkerung.

Das Schweizer Jonglierfestival findet jedes Jahr an einem anderen Ort statt – genau 20 Jahre ist es her, seit es das letzte Mal in Aarau war. Nun wurde der damals fürs Festival gegründete Verein wieder zum Leben erweckt. Sonst wird in der Schweiz selten in Vereinen jongliert. Die Jongleure sind eine lose Gemeinschaft: Nur eine Adressliste und die Internetseite www.juggling.ch verbindet sie.

Das Zelten ist gratis

Auch das diesjährige Festival ist schlank organisiert. Das OK besteht aus Marc Hangartner, Eric Schenker und Fabian Hossli Heinzer, dabei sind eine unbestimmte Anzahl Helfer. Für die Teilnehmer wird gekocht, das kostet was und auch die Übernachtung in der Zivilschutzanlage. Der Rest ist gratis: zelten, zuschauen, jonglieren und sich Tipps und Tricks von den Profis abschauen.

Aber warum Rohr? «Saalbau und Flösserplatz sind zu teuer, die Tuchlaube ist zu niedrig», sagt Schenker. Er wohnt selbst in Rohr und lobt die Infrastruktur und die stille Lage der Auenhalle. Als er sie mit Marc Hangartner begutachten ging, trafen sie Stadträtin Regina Jäggi beim Altglasentsorgen.

Seither setzt sich die ehemalige Rohrer Gemeindepräsidentin für das Festival ein. «Sie zog alle Register für uns», sagt Schenker. Die drei Bewilligungen, die nötig waren von Kreisschule, Gewerbepolizei und Ortsbürger, haben sie inzwischen in der Tasche.

Und wer wird kommen? Die Jongleur-Szene lasse sich hauptsächlich in drei Sparten aufteilen, sagen die beiden Organisatoren: die alternative Ecke, die jungen Familien und die Techniker. Techniker? Ja genau. Auch Marc Hangartner und Eric Schenker sind Ingenieure.