Aarau

Jolanda Urech und Franziska Graf: «Wir sind bereit»

Die beiden SP-Kandidatinnen Jolanda Urech und Franziska Graf sind bereit für die Wahlen in Aarau.

Die beiden SP-Kandidatinnen Jolanda Urech und Franziska Graf sind bereit für die Wahlen in Aarau.

Die SP hat ihre Kandidaturen für Stadtpräsidium und Stadtrat bestätigt. Nach dem gesundheitlichen Forfait von Lotty Fehlmann-Stark, will sie mit Jolanda Urech der FDP das Stadtpräsidium streitig machen.

Noch sechs Wochen, dann wird in Aarau gewählt. Von sieben Stadträten treten nur drei wieder an. Ändern wird sich also einiges. Bei total sechs Kandidatinnen und bloss drei Kandidaten wird sicherlich auch die Geschlechterverteilung ändern.

Rechts wie links gibt sich siegesbewusst. Auch die SP, welche Anfang Sommerferien mit dem Ausfall ihrer Kandidatin fürs Stadtpräsidium bereits mitten im Wahlkampf abgebremst wurde.

Im gestrigen Mediengespräch sagte Jolanda Urech jedenfalls selbstbewusst: Wenn sie nicht sicher wäre, die Wahl gewinnen zu können, würde sie sich nicht darum bemühen.

Am Dienstagabend hatte die SP Aarau an ihrer ausserordentlichen Nominationsversammlung Jolanda Urech offiziell als Kandidatin für das Stadtpräsidium und als Stadtratskandidatin Franziska Graf-Bruppacher ins Rennen geschickt. Es war dies die zweite Nominationsversammlung.

An der ersten im Januar war Lotty Fehlmann Stark für die Nachfolge von Marcel Guignard auf den Schild gehoben worden. Doch diese musste Mitte Juli ihre Kandidatur aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen (Aargauer Zeitung vom 24. Juli).

Frage hat sich nochmals gestellt

Jolanda Urech wiederholte: «Als ich vor einem Jahr Auslegeordnung machte, hatte ich zwei Optionen: Entweder mit der Kandidatur für das Stadtpräsidium voll auf die Karte Politik setzen, oder während weiteren vier Jahren als Stadträtin mehr Zeit für private Pläne haben.»

Als sich Lotty Fehlmann zur Verfügung stellte, sei ihr der Entscheid leicht gemacht worden. Doch jetzt habe sich die Frage halt nochmals gestellt, sei der andere Lebensplan wieder aktuell geworden. «Ich kandidiere mit Überzeugung und grosser Freude.»

Stadträtin Jolanda Urech ist 59 Jahre alt - also deutlich älter als ihr Konkurrent im Kampf ums Stadtpräsidium, FDP-Stadtrat Lukas Pfisterer mit Jahrgang 1973. «Ich fühle mich fit und parat», sagt Urech.

Sicher werde sie nicht zwanzig Jahre Stadtpräsidentin sein, fügt sie mit einem Lachen an: «Meine Amtszeit ist für den Wähler und die Wählerin berechenbar. Das ist doch gut.» Stephan Attiger in Baden und Hans Huber in Lenzburg hätten auch nur knapp zwei Amtsperioden gemacht. (Hans Huber war bei seiner Wahl übrigens auch 59 Jahre alt.)

Wahlbroschüre erst im Entwurf

Urechs Wahlbroschüre ist erst im Entwurf fertig. Es pressiert. Nur noch sieben Wochen dauert es bis zur Wahl. Bereits vor den Sommerferien hat sich Lukas Pfisterer auf der Wahlkampfbühne präsentieren können.

Einen Rückstand auf Lukas Pfisterer habe sie deshalb aber nicht, gibt sich Jolanda Urech überzeugt. «Ich bin ja ständig unterwegs in der Stadt, die Leute kennen mich gut genug.»

Franziska Graf-Bruppacher, 1971 in Aarau geboren, hatte bereits bei der Fusion der Stadt Aarau mit ihrem Wohnort Rohr ihre Ambitionen auf einen Stadtratsitz angemeldet. Damals war sie zu stark mit ihrer Weiterbildung in Kinesiologie absorbiert.

Die hauptberufliche Familienfrau und Mutter von zwei Kindern, 13 und 16-jährig, ist im Nebenerwerb selbstständige Buchhalterin. «Es liegt in meinem Naturell, Leute zu motivieren», sagt sie, «und ich getraue mich, etwas zu sagen, auch wenn es nicht allen passt.» S

eit August 2012 ist Graf Grossrätin, davor war sie drei Jahre lang Einwohnerrätin in Aarau sowie Mitglied der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission. Seit 2002 engagiert sie sich für die Ortsbürgergemeinde; acht Jahre als Mitglied der Ortsbürgerkommission Rohr, seit der Fusion mit Aarau als Mitglied der Aarauer Ortsbürgerkommission.

Von 2003 bis 2007 war Graf Mitglied der Kreisschulpflege Buchs-Rohr, die sie über drei Jahre präsidierte.

«Verfolgen zwei historische Ziele»

Selbstbewusst wie Urech und Graf gab sich auch SP-Präsident Christoph Schmid: «Wir verfolgen zwei historische Ziele: Erstens wollen wir die FDP vom Stadtpräsidium befreien und zweitens die erste Stadtpräsidentin stellen.»

Die SP-Kandidatur von Urech wird offiziell von den Grünen, Pro Aarau, der EVP/EW und den Grünliberalen unterstützt.

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