Aarau

Jolanda Urech: «Aus dem Kasernen-Areal soll ein Ort der Begegnung werden»

Bald nur noch eine Erinnerung an die Militärstadt? – Das Soldatendenkmal vor der Kaserne. Archiv/ Freudiger

Bald nur noch eine Erinnerung an die Militärstadt? – Das Soldatendenkmal vor der Kaserne. Archiv/ Freudiger

Setzt sich der Stadtrat dafür ein, dass die Kaserne aus Aarau verschwindet? Stadtpräsidentin Jolanda Urech hat dies mit ihrer Neujahrsansprache zumindest signalisiert.

In Sachen Kaserne müsse die Stadt ihre Haltung gegenüber dem Kanton mit Bestimmtheit kundtun, sagte Stadtpräsidentin Jolanda Urech in ihrer ersten Neujahrsansprache.

Das Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hatte im November letzten Jahres bekannt gegeben, dass der Standort Aarau nicht aufgegeben und anstelle der Durchdiener-RS das Rekrutierungszentrum von Windisch nach Aarau gezügelt werden soll.

Nun gab Jolanda Urech an ihrem ersten öffentlichen Auftritt als Stadtpräsidentin ihrer Überzeugung Ausdruck, dass «sich die Kaserne von einem Ort des Ausschlusses in einen Ort der Begegnung wandeln» müsse.

Urech nahm damit indirekt das Anliegen von SP-Einwohnerrat Oliver Bachmann auf, der mit einem Postulat verlangt, dass das Militär aus Aarau auszieht. Das Postulat haben die Fraktionen von CVP, Grünliberalen, Grünen, EVP und Pro Aarau mitunterzeichnet.

Thema im Stadtrat behandelt

An seiner Sitzung vom Montag hat der Stadtrat das Thema Kaserne bereits besprochen. Die Antwort zuhanden des Einwohnerrats soll an der Sitzung vom nächsten Montag, 13. Januar, verabschiedet werden, wie Jolanda Urech erklärt.

An der ersten Einwohnerratssitzung im neuen Jahr, am 20. Januar, sind nur die Wahlen des Ratspräsidiums, der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission sowie des Wahlbüros traktandiert. Der Einwohnerrat wird aber die Möglichkeit haben, die Dringlichkeit des Postulats zu beschliessen.

Unabhängig von der Antwort des Stadtrats würde dieser bei einer Annahme des Postulats beauftragt, sich im Sinne der Postulanten beim Kanton für eine Öffnung und eine zivile Nutzung des Kasernenareals auszusprechen.

Über die Zukunft des Waffenplatzes Aarau wurde in Aarau während Monaten spekuliert. Im August nahmen das Oliver Bachmann und 16 Mitunterzeichnende bereits zum Anlass, um beim Stadtrat eine Motion zu platzieren.

Der Stadtrat wird mit dieser Motion aufgefordert, ein Areal-Nutzungskonzept für eine allfällige zivile Nutzung des Kasernenareals auszuarbeiten und den Erwerb des Areals zu prüfen. Das Areal habe enormes Entwicklungspotenzial und könnte mit der Altstadt, dem City-Märt und dem Bahnhof zu einer starken urbanen Innenstadt verschmelzen.

Hochwertiges Entwicklungsgebiet

Als im April/Mai 2013 über Schliessungspläne des VBS für die Kaserne Aarau spekuliert wurde, manifestierte Regierungsrätin Susanne Hochuli präventiven Widerstand.

Jolanda Urechs Vorgänger, Marcel Guignard, gab sich damals bereits offen: Aarau verstehe sich als traditionellen Waffenplatz-Standort, sagte er, und unterstütze Bestrebungen, den Waffenplatz zu erhalten.

Gleichzeitig sagte er aber auch, dass man einen Schliessungsentscheid auch als Chance verstehen würde. «Sollte das Militär Aarau verlassen wollen, würde damit ein hochwertiges Entwicklungsgebiet mitten in der Stadt frei», sagte Guignard.

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