Erlinsbach SO
Jetzt muss nur noch Andy Jecklin Ja sagen

Der reformierte Kirchgemeinderat von Erlinsbach SO hat die Vertragsverlängerung mit Pfarrer Andy Jecklin einstimmig beschlossen.

Ueli Wild
Merken
Drucken
Teilen
Die Kirchgemeindeversammlung war eine einzige Demonstration für Andy Jecklin. Nun hat der Kirchgemeinderat im Sinne der Versammlung die Vertragsverlängerung mit dem Pfarrstellvertreter beschlossen.

Die Kirchgemeindeversammlung war eine einzige Demonstration für Andy Jecklin. Nun hat der Kirchgemeinderat im Sinne der Versammlung die Vertragsverlängerung mit dem Pfarrstellvertreter beschlossen.

Ueli Wild

Der bisherige Pfarrstellvertreter Andy Jecklin übernimmt die 75-Prozent-Pfarrstelle in Erlinsbach SO «bis zur Wahl durch die Kirchgemeinde an der Urne». Das hat der gegenwärtig vierköpfige Kirchgemeinderat von Erlinsbach SO gestern mit 4 zu 0 Stimmen beschlossen. Mit seiner Zustimmung zur Verlängerung des Anstellungsverhältnisses trägt der Rat der Willensäusserung der Kirchgemeindeversammlung vom letzten Donnerstag Rechnung. Pfarrer Jecklin selber machte gestern jedoch deutlich, dass er seine Unterschrift nicht umgehend unter den Vertrag setzen werde. Er werde diesen zuerst mit seinem Berater besprechen.

Der neue Vertrag ist, sofern er von Jecklin unterzeichnet wird, ab dem 1. August gültig. Er räumt beiden Vertragsparteien eine Kündigungsfrist von drei Monaten ein und ersetzt den am 31. Juli auslaufenden, auf ein Jahr abgeschlossenen aktuellen Vertrag. Inhaltlich deckt er sich vollumfänglich mit diesem – ausser bei der Dauer des Anstellungsverhältnisses. Auch die 2014 vom kürzlich zurückgetretenen Kirchgemeinderatspräsidenten Ruedi Kyburz vorgenommene, für den Jungpfarrer vorteilhafte Lohneinschätzung ohne Berücksichtigung der Dienstjahre bleibt damit unangetastet.

Der Vertragsentwurf, den Kirchgemeinderat Wolfgang Akermann gestern Morgen präsentierte, lehnte sich punkto Dauer des Arbeitsverhältnisses noch stärker an das aktuell gültige Papier an. Darin stand wieder, der Vertrag sei gültig für ein Jahr, «längstens aber bis zur Pfarrwahl». Auf Antrag von Kirchgemeinderätin Käthy Schüttel wurde der Passus «für ein Jahr» widerstandslos gestrichen. Schüttel hatte schon gar nicht auf das Traktandum «Verlängerung Stellvertretervertrag Pfr. A. Jecklin» eintreten wollen, weil sie der Meinung war, die Kirchgemeindeversammlung habe am Donnerstag bereits den nötigen Beschluss gefasst. Die Versammlung könne keinen Vertrag mit dem Pfarrer abschliessen, sagte Akermann. Das sei nun einmal Sache des Kirchgemeinderats. – Zuständig für personelle Fragen wird künftig nicht mehr Akermann sein, sondern Vizepräsident Werner Schlatter. Dies, nachdem festgestellt worden ist, dass die Zuständigkeit für das Personelle zwingend beim Präsidium liegen müsse.

Schüttel versuchte erneut, Akermann zum Rücktritt aus dem Rat zu bewegen. Ohne Erfolg: Mit Stichentscheid des Vizepräsidenten hiess der Rat Akermanns Ordnungsantrag gut, die schon am Donnerstag stundenlang geführte Diskussion abzubrechen. Derzeit wird abgeklärt, ob Akermann als niedergelassener Ausländer überhaupt in den Rat wählbar war. Käthy Schüttel kündigte zudem an, sie werde beim Regierungsrat eine Untersuchung veranlassen, die aufzeigen solle, was in der Erlinsbacher Kirchgemeinde alles versäumt worden sei.