Der Stadtrat von Aarau ist zu beglückwünschen: Er hat es geschafft, dass ihm der Einwohnerrat die 33,6 Millionen Franken für den Kauf der Siedlung «Auf Walthersburg» genehmigte. Mehr noch: Es bleibt ihm erspart, das Volk vom Sinn dieser Finanzinvestition überzeugen zu müssen. Wie auch immer man dereinst über den «Walthersburg»-Kauf urteilen wird, es wird ein Makel bleiben, dass der Souverän zu einer Ausgabe in dieser Grössenordnung nichts zu sagen hatte.

Der Stadtrat konnte gestern einen Erfolg feiern. Er hat sich damit aber auch eine riesige Aufgabe aufgehalst. Er wird schon bald politisch brisante Entscheide fällen müssen. In einer heiklen Doppelrolle als Finanzinvestor (Vermieter) und Genossenschafter eines Seniorenzentrums (Mieter). Wenn nicht ein Wunder geschieht, wird diese Institution in absehbarer Zeit völlig umgekrempelt werden müssen. Ohne Pflichtkonsum wird sich das ohnehin bescheidene Dienstleistungsangebot nicht weiter finanzieren lassen.

Der Stadtrat wird für die Schliessung des Seniorenzentrums mitverantwortlich gemacht werden – das wird alles andere als angenehm.