Aarau
Jetzt liegt das Baugesuch für das neue Fussballstadion öffentlich auf

Nach einer mehrwöchigen Verzögerung hat die Stadt Aarau das Baugesuch für das neue Fussballstadion im Torfeld Süd öffentlich aufgelegt. Einsprachen – solche sind quasi programmiert – können bis 8. Januar eingereicht werden.

Thomas Röthlin
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Die Baubewilligung für das Fussballstadion steht noch aus.

Die Baubewilligung für das Fussballstadion steht noch aus.

Burkard Meyer Architekten

Das Baugesuch der HRS Real Estate AG umfasst neben dem Neubau der FC-Aarau-Arena den Abbruch von 27 Gebäuden und den Ausbau der unteren Torfeldstrasse. Als das Gesuch Ende August eingereicht wurde, ging man von der öffentlichen Auflage nach den Herbstferien aus. Dass es nun fünf Wochen länger dauerte, hat damit zu tun, dass die Bauherrschaft für das komplexe Vorhaben – die Pläne verteilen sich auf mehrere Bundesordner – «noch einige Dokumente» nachliefern musste, wie Aaraus Stadtbaumeister Ende Oktober gegenüber der Aargauer Zeitung sagte.

HRS und die Stadt Aarau teilten vor drei Monaten mit, sie rechneten mit der Baubewilligung in der ersten Hälfte 2013 – «je nach Anzahl und Art von Einwendungen». In Betrieb genommen werden soll das Fussballstadion mit 10000 Plätzen, einem Einkaufszentrum und möglicherweise einem Kino im Jahr 2015. Gegen das erste Stadiongesuch waren im Sommer 2009 insgesamt 18 Einsprachen eingegangen. Sie führten dazu, dass das Projekt der Badener Architekten Burkard Meyer komplett überarbeitet wurde. Unter anderem verzichtete die öffentliche Hand auf eine subventionierte Breitensport-Infrastruktur.

Hängige Bundesgerichtsbeschwerde

Hängig ist zudem eine Bundesgerichtsbeschwerde. Sie betrifft mit der Bau- und Nutzungsordnung und dem Gestaltungsplan die dem Baugesuch übergeordneten Planungsgrundlagen im ehemaligen Industrieareal Torfeld Süd. Die Beschwerde, ausgelöst durch befürchteten Mehrverkehr im benachbarten Quartier, hat allerdings keine aufschiebende Wirkung. Das Stadiongesuch kann also parallel vorangetrieben werden. Den Beschwerdeführern passt dies nicht: Sie müssten sich anhören, sie seien «Querulanten, die das Stadion verhindern wollen», teilten sie am Freitag mit. Dabei sei der übermässige Schleichverkehr ein Jahre altes Thema. 2010 urteilte das Bundesgericht, die Stadt müsse prüfen, ob der Verkehr auf das übergeordnete Strassennetz umgeleitet werden könne.

Neue Strasse zum Stadion

Ebenfalls am Freitag startete der Regierungsrat die Anhörung zu einem Kredit von 5,1 Mio. Franken für die sogenannte Verbindungsspange Buchs Nord. Die neue, 500 Meter lange Kantonsstrasse soll als zusätzliche West–Ost-Achse den stark befahrenen Aarauer Kreuzplatz entlasten. Sie führt von der Neubuchsstrasse in Buchs via zwei Kreisel in die Industriestrasse in Aarau, wo das neue Stadion gebaut wird. Die Baubewilligung liegt bereits vor. Die restlichen 6,2 Mio. Franken für die Strasse sollen Buchs und Aarau beisteuern.