Aarau
Jetzt leuchtet die Schule in Aarau wieder überall grün

Die Schule Aarau war schlecht geführt. So hatte sie ungenügende Werte bei der «Schulführung obere Führungsebene». Nun hat die Schule Aarau wieder grüne Ampeln - auch auf der obersten Ebene der Schulführung.

Heidi Hess
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Grund zur Freude bei der Schulpflege (von links): Catherine Kundert (Assistentin), Rolf Schwyter, Ivo Speck, Emanuela Wertli, Daniel Fondado (Präsident), Barbara Dumont, Marius Stadtherr, Ruedi Birchler. ZVG

Grund zur Freude bei der Schulpflege (von links): Catherine Kundert (Assistentin), Rolf Schwyter, Ivo Speck, Emanuela Wertli, Daniel Fondado (Präsident), Barbara Dumont, Marius Stadtherr, Ruedi Birchler. ZVG

Das Ergebnis der zweiten Nachevaluation liegt vor: Es lautet «freie Fahrt» für die Schule Aarau.

Die Schule hat nun in allen Bereichen eine grüne Ampel. Auch im Bereich «Schulführung obere Führungsebene» – also bei der strategischen Führung durch die Schulpflege.

Dort musste die Schule Aarau bei der letzten Evaluation, also der ersten Nachevaluation im Januar 2012, noch eine rote Ampel entgegennehmen.

Sechs Punkte wies die Mängelliste damals auf. Das Führungssystem auf der Ebene Gesamtschulleitung und Schulpflege war zu wenig stabil – vor allem wegen personeller Wechsel in der Schulpflege und der fehlenden Gesamtschulleitung, die Zusammenarbeit zwischen Schulpflege und Stadtrat war geprägt von Konflikten.

Es fehlten ein Projektmanagement zur Steuerung der Schul- und Entwicklungsorganisation sowie ein partizipatives Entwicklungsverständnis. Schliesslich ging eine systematische Personalführung im Tagesgeschäft unter und auch der Stellenwert des Aarauer Lehrerinnen- und Lehrerkonvents und des Elternbeirates in der Schulorganisation war unklar.

Heute steht fest: In allen sechs Punkten konnte die Schulpflege die Mängel beheben. So, dass sie für ihre Arbeit nun grünes Licht erhalten hat.

Die Verbesserungen

Betrachtet man die einzelnen Aspekte, so präsentieren sich die Verbesserungen wie folgt:

Die Schulpflege versteht sich heute als Kollegialbehörde mit einer klaren Aufgabenteilung. Jedes der sieben Schulpflegemitglieder ist für ein Ressort zuständig.

Das erlaubt eine sachorientierte Arbeitsweise: Unterschiedliche Meinungen werden diskutiert und ein gemeinsamer Standpunkt ausgearbeitet, der dann nach aussen vertreten wird.

Ausserdem funktioniert die Schulpflege als Team mit einer Gesamtverantwortung. Das Risiko einer Machtkumulation beim Präsidenten entfällt.

Nur zwei bisherige Schulpfleger sind noch im Amt. Seit Oktober 2011 wurden in drei Ersatzwahlen fünf neue Schulpfleger gewählt.

Als «sachorientiert» wird auch die Zusammenarbeit zwischen Schulpflege und Stadtrat beurteilt.

«Spielregeln des politischen Systems, etwa Finanzhoheit beim Stadtrat und Einwohnerrat, werden heute grundsätzlich akzeptiert», heisst es im Bericht. Laut Evaluation hat der zuständige Stadtrat Lukas Pfisterer das gute Einvernehmen bestätigt.

Was das Projektmanagement betrifft, so erteilt die Schulpflege (strategische Instanz) der Schulleitung (operative Instanz) künftig Aufträge für Entwicklungsprojekt. Sie gibt Zielsetzungen und Termine vor.

Die Schulpflege bezieht in ihre Entscheidungen und Sichtweisen gezielt andere Meinungen mit ein und zeigt dadurch partizipatives Entwicklungsverständnis.

Die systematische Personalführung wird beim künftigen Geschäftsführer Remi Bürgi liegen.

Er wird Mitarbeitergespräche mit den Schulleitern führen. Schon jetzt, so das Evaluationsteam, habe das Präsidium wöchentlich mit einzelnen Schulleitern Gespräche geführt – als Zeichen der Wertschätzung und Unterstützung.

Obwohl der Stellenwert des Aarauer Lehrerinnen- und Lehrerkonvents immer noch unklar ist, sprechen deren Mitglieder doch auch von einer «deutlichen Kulturveränderung».

Klarer ist heute die Elternmitwirkung durch den Elternbeirat, der bereits einiges bewirken konnte.

Enge Begleitung und Beratung

Im letzten Jahr wurde die Schulpflege sehr eng von Stefan Schnyder und Monica Morgenthaler, den Leitern des kantonalen Inspektorats der Volksschule begleitet.

Sie standen den Schulpflegern seit März 2012 bei allen wichtigen strategischen Entscheiden zur Seite und intervenierten bei risikobehafteten Entscheiden.

Die Intensität der Begleitung habe im Verlaufe des Jahres aber abgenommen, sagt Schnyder, bis sich die Inspektoren schliesslich ganz zurückziehen konnten. «Wichtig war die Ressortaufteilung und die Einführung eines Gesamtschulleiters.»

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