Mitte November wurde publik, dass die Gasthöfe «Waldeck» in Muhen und «Rössli» in Unterentfelden dem Kanton von den Liegenschaftsbesitzern zur Miete angeboten wurden. Während die Gemeinde Muhen dem Kanton mit der Anmiete (für Schulräume) zuvorgekommen ist, wird das «Rössli» definitiv zur Asylunterkunft. Das teilt das Departement Gesundheit und Soziales (DGS) von Susanne Hochuli am Freitag mit. Der Entscheid zur "definitiven Anmieteung der Liegenschaft" sei gefallen, teilt das DGS mit. 

Die Gemeinde sei informiert worden. Und: "Gemeinde und Kanton wollen ihre konstruktive Zusammenarbeit in Bezug auf die geplante Unterkunft weiterführen."

Familien oder Einzelpersonen?

Je nach Belegung können im «Rössli» bis zu 90 Asylbewerber untergebracht werden, wie Daniela Diener, Leiterin Kommunikation beim DGS, sagt. Noch sei nicht klar, ob der Kanton hier Familien oder Einzelpersonen unterbringen wird. Auch eine gemischte Nutzung beider Gruppen ist möglich. Weitere Details zum Betrieb der Unterkunft wird der Kanton mit der Gemeinde im Januar besprechen. Geplant ist auch eine Informationsveranstaltung für die Anwohner. 

Für den Kanton besteht Handlungsbedarf bei der Schaffung von neuen Unterbringungsplätzen für Asylbewerber – aus drei Gründen.

  • Bis Mitte 2017 werden mehrere kantonale Unterkünfte wegfallen – und damit über 500 Plätze. Die Gründe: Auslaufende Mietverträge oder Zwischennutzungen, die der Kanton aufgibt. 
  • Der Kanton will zusätzliche oberirdische Unterkünfte finden, um die unterirdischen so schnell wie möglich aufgeben zu können. Denn deren Betrieb ist "aufgrund des erhöhten Betreuungsbedarfs" teuer. Zu den unterirdischen gehören jene beim Kantonsspital Baden und beim Kantonsspital in Aarau. Jene in Muri und in Laufenburg sind seit dem Sommer geschlossen. Diese können aber je nach Bedarf wieder in Betrieb genommen werden. 
  • Der Kanton rechnet damit, dass die Zahl der Asylbewerber im Frühjahr 2017 wieder ansteigen wird.