Aarau
Jetzt ist die Aarauer Verkehrskanzel weg

Es ist eine der letzten Verkehrskanzeln der Schweiz - und sie gehört zum Aarauer Stadtbild wie etwa die Kettenbrücke oder das Rathaus. Doch nun hat die Verkehrskanzel ausgedient. Am Montagmorgen wurde sie abgebaut - ein geschichtsträchtiger Moment.

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Verkehrskanzel wird abgebaut

Verkehrskanzel wird abgebaut

AZ

Es ist Montagmorgen, kurz vor 9 Uhr: Im Herzen der Stadt Aarau hat eine der letzten Verkehrskanzel der Schweiz ausgedient. Sie wird abgebaut.

Es ist das Ende einer 40-jährigen Ära. In den 60er-Jahren waren auf dem Aargauerplatz noch Züge durchgefahren. 1969 wurde die erste Kanzel installiert und 1990 wurde die heutige Kanzel montiert - mit einer Beleuchtung und einer Bodenheizung für kalte Wintertage.

Dass die Kanzel nun demontiert wurde, löst bei Samuel Häfliger, Chef Verkehr der Stadtpolizei Aarau, gemischte Gefühle aus. «Es ist bestimmt Wehmut da. Es gab schöne Zeiten, man konnte den Leuten helfen. Auf die andere Seite ist man bestimmt auch glücklich, wenn man bei kalten Wintertagen, wenns schneit, in der Wärme bleiben kann», sagt Samuel Häfliger gegenüber der SF-Sendung «Schweiz aktuell».

Roger Sigrist an einem seiner letzten Arbeitstage auf der einem Kreisel weichenden Verkehrskanzel auf dem Aarauer Aargauerplatz
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 Er wird sie sehr vermissen, wie er gegenüber «az» sagt.
 Für die Arbeit auf dem komplizierten Knotenpunkt ist eine spezielle Ausbildung nötig, die von der Stadtpolizei durchgeführt wird.
 Erst nach zwei Abschlussprüfungen kann ein Verkehrspolizist alleine Dienst verrichten auf der Kanzel. «Polizist» ist übrigens nicht ganz richtig, denn...
 ...Roger Siegrist arbeitet für die Securitas. Die Stadt hat den Verkehrsdienst an den externen Anbieter ausgelagert.
 Der Kreisel, der bald kommt, könnte Siegrists Meinung nach ein Chaos auslösen. Wieso, das erfahren Sie im Artikel.

Roger Sigrist an einem seiner letzten Arbeitstage auf der einem Kreisel weichenden Verkehrskanzel auf dem Aarauer Aargauerplatz

Ehrenvoller Ort für die Kanzel reserviert

Auf dem Aargauerplatz wird nun ein Kreisel gebaut. Lichtsignale bei den Zufahrtstrassen übernehmen die Arbeit, die bislang von Stadtpolizisten gemacht wurde. Georges Stauffer, Umbau-Projektleiter hat der Kanzel einen Ehrenplatz auf dem Dach des Aargauer Baudepartements reserviert. «Es ist doch ein Requisit, dass in der Schweiz nicht mehr vorhanden ist. Und zu dieser Kanzel tragen wir nun Sorge, auch wenn sie etwas havariert ist», sagt Stauffer gegenüber «Schweiz aktuell».

In den nächsten Wochen ist aufgrund der Baustelle mit starken Einschränkungen zu rechnen. (sha)