«Wir haben keine Erklärung, warum die Elternvereine in den umliegenden Gemeinden Erfolg haben und wir nicht.» Das sagte Gundi Bögli, damals noch Vorstandsmitglied des Elternvereins Buchs, im April an der Versammlung. Es war die Auflösungsversammlung.

Der Eindruck täuschte: Wohl ist der Vorstand des Elternvereins Aarau komplett. Doch jener von Suhr hat sich nur einen Monat nach Buchs ebenfalls aufgelöst.

1977 wurde der Elternverein «Abenteuerspielplatz» gegründet, um den Robi-Spielplatz zu bauen. Später wurde die Spielgruppe Rägeboge aufgebaut, man organisierte Bastelnachmittage, Börsen, Feste. Durch den Verein kam Suhr zur ersten Kindertagesstätte im Dorfzentrum, der Villa Kunterbunt.

Am Schluss keine Energie mehr

Die 36. Generalversammlung im Mai war nun die letzte. Der Grund ist derselbe wie in Buchs: Der Vorstand trat zurück, da trotz mehrfachen Aufrufen keine Nachfolger für den Vorstand hatten gefunden werden können.

Am Ende, sagt Christina Terbrüggen von der Koordinationsstelle «Freiwillig Suhr», sei im Vorstand des Elternvereins einfach die Luft draussen gewesen.

Vielleicht wurde der Elternverein auch Opfer seines eigenen Erfolgs: Die Angebotspalette wurde stetig ausgebaut, Anlässe wie die Kinderfasnacht, der Räbeliechtliumzug und der Klaushöck sind fest im Suhrer Gemeindeleben verankert.

Diese Errungenschaften sollen bestehen bleiben: Der Spielplatz geht an die Gemeinde über und auch die Koordination der Angebote wird von der Gemeinde übernommen. Kristina Terbrüggen übernimmt die unbeliebte Büroarbeit.

Und die Gemeindeangestellte der familienergänzenden Kinderbetreuung, Veronika Rickhaus Fischer, übernimmt die Koordination der Babysittervermittlung und des Spatzehöcks. Die Spielgruppe Rägeboge macht sich selbstständig.

Suhr übernimmt Administration

Wird die Freiwilligenarbeit des Elternvereins nun also verstaatlicht und professionalisiert? Christina Terbrüggen sieht das anders: «Die Freiwilligenarbeit bleibt», sagt sie, «aber die Freiwilligen wollen ihre Zeit für das geben, was sie gerne machen.»

Abrechnungen, Räume mieten, Anträge schreiben –  das gehört meist nicht zu den Arbeiten, mit denen man seine Freizeit freiwillig ausfüllt.

Für den Fasnachtsball beispielsweise stellt nun Christina Terbrüggen den Antrag an den Gemeinderat, um die Aula mieten zu können. «Wir können mehr freiwilliges Engagement bewirken, wenn wir gute Strukturen schaffen», sagt sie. Für die Anlässe selbst stünden nämlich genügend Eltern zur Verfügung.

Terbrüggen ist seit vier Jahren mit 50 Prozent bei der Gemeinde angestellt, damals wurde ihre Stelle neu geschaffen. Inzwischen könnte sie locker aufstocken – ihre Dienste sind gefragt, auch als Leiterin der Fachstelle Netzwerk 50+.

«Vielleicht entsteht der Elternverein einst neu, vielleicht braucht es ihn nicht mehr», sagt Terbrüggen. Einstweilen versucht sie, den Quartierverein Feldhasen vor der Auflösung zu retten: Vorstandsmitglieder sind gesucht.