Aarau

Jetzt geht etwas: Die Stadt wird zur Fair Trade Town

Gabriela Suter will vorwärts machen.

Gabriela Suter will vorwärts machen.

Konkret passiert ist bis jetzt so gut wie nichts. In den nächsten Monaten soll das nun aber ändern – und das vom Einwohnerrat überwiesene Postulat «Fair Trade Town» umgesetzt werden.

«Aarau wird Fair Trade Town». So lautete der Titel eines überparteilichen Postulats, das der Einwohnerrat vor einem Jahr mit 28 Ja gegen 20 Nein überwiesen hat. Belohnt werden die entsprechenden Anstrengungen mit der Vergabe des gleichnamigen Labels durch Swiss Fair Trade, den Dachverband der Schweizer Fair-Trade-Organisationen.

Bei der Umsetzung ist die Stadt bisher allerdings noch nicht über den Bezug der Startblöcke hinausgekommen. Das geht aus der stadträtlichen Antwort auf eine Anfrage von Gabriela Suter hinaus.

Die SP-Grossrätin und seinerzeitige Wortführerin der Postulanten im Einwohnerrat hat sich im Dezember, kurz vor ihrem Ausscheiden aus dem städtischen Parlament, nach dem Stand der Dinge erkundigt. «Seit der Überweisung des Postulates», stellte sie fest, «blieb es ruhig rund um das Thema.»

Die inzwischen vorliegende Antwort des Stadtrates war am Montag im Einwohnerrat traktandiert. Von den aktuellen Ratsmitgliedern nahm keines dazu Stellung.

Der Stadtrat erinnert daran, dass er schon im Rahmen des damaligen Antrags auf Nichtüberweisung des Postulats darauf hinwies, dass die Stadtkanzlei, die das Projekt führen werde, stark mit laufenden Projekten belastet sei. Ganz untätig geblieben ist die Stadt jedoch nicht.

Aus der stadträtlichen Antwort geht hervor, dass im September in Zusammenarbeit mit Swiss Fair Trade ein Finanzierungsgesuch beim Bundesamt für Raumentwicklung (Nachhaltige Entwicklung) eingereicht wurde. Das Gesuch wurde aber abgelehnt.

6500 Franken im Budget 2018

Geplant ist, das Aarauer Projekt «Fair Trade Town» im zweiten Quartal 2018 zu starten. In einem ersten Schritt, schreibt der Stadtrat, werde eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Gleichzeitig soll Kontakt mit möglichen Akteuren wie Läden, Restaurants, Unternehmen und Betrieben aufgenommen werden.

Mit Blick auf die Umsetzung des Projektes hat der Stadtrat einen einmaligen Beitrag von 6500 Franken ins Budget 2018 aufgenommen. Finanziert werden sollen damit die Aktivitäten der Arbeitsgruppe, Fair-Trade-Aktivitäten, Kommunikationsmassnahmen und der Jahresbeitrag von 1900 Franken an die Kampagne Fair Trade Town.

Ein Programm fehlt noch

Bis jetzt hat Aarau – mit dem Bekenntnis zum fairen Handel – eines von fünf Kriterien für das Label erfüllt. Sache der Arbeitsgruppe wird es sein, die Erfüllung der andern vier anzustreben. Kriterium 2 ist die Tätigkeit der Arbeitsgruppe selber. Diese muss Vertreter aus drei Bereichen umfassen.

Die Mitglieder müssen sich mindestens zweimal im Jahr treffen und jedes Jahr eine Fair-Trade-Veranstaltung organisieren. Ein Programm für Aktivitäten im laufenden Jahr liegt laut Antwort des Stadtrates noch nicht vor.

Die weiteren Kriterien: Detailhandel und Gastronomie bzw. Hotellerie bieten Fair-Trade-Produkte an; Institutionen und Unternehmen verwenden Fair-Trade-Produkte; durch Öffentlichkeitsarbeit wird der faire Handel der Bevölkerung nähergebracht.

Konkret bedeutet Letzteres, dass die Kommunikationsstelle der Stadt Aarau pro Jahr drei Berichte zum Thema erstellt, die mit www.fairtradetown.ch verlinkt werden. Dazu kommen mindestens zwei Berichte zur verlangten jährlichen Fair-Trade-Veranstaltung der Stadt und mindestens zwei Berichte zur Veranstaltung, an der das Label «Fair Trade Town» verliehen wird. Auch bei den übrigen Kriterien schreibt Swiss Fair Trade die Detailanforderungen genau vor.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1