Die Barrieren beim Möbelhaus Pfister sind ein grosses Ärgernis für viele Automobilisten. Ein Leser schreibt: «Vor 30 Jahren wurden die Barrieren noch manuell bedient. Damals ging es schneller als heute.»

Ein anderer fragt: «Was heisst hier fünf Minuten? Es waren auch schon zehn Minuten.» Und ein dritter: «Zum Glück gibt es die neue Ruedi Rüssel Tankstelle mit Shop am Spittelweg 1. Da gönne ich mir jeweils einen Espresso, bis die Barrieren wieder offen sind.»

Nun erklärt die SBB die langen Wartezeiten: «Dass die Barrieren so lange geschlossen sind, dafür sind strikte Sicherheitsvorschriften verantwortlich», sagt Daniele Pallecchi, Mediensprecher der SBB. Das beginnt damit, dass es für Züge Vorsignale gibt, die sich mehrere hundert Meter vor dem Hauptsignal befinden. Damit kann ein Zug rechtzeitig angehalten werden, falls im Bereich des Bahnübergangs etwas Unerwartetes geschehen ist.

Eine Minute wartet man immer

Konkret für den Bahnübergang in Suhr heisst das: Das Strassensignal am Bahnübergang beginnt rot zu blinken und das Warnsignal ertönt. Nach zehn Sekunden senken sich die Barrieren. Insgesamt vergehen 23 Sekunden, bis der Bahnübergang vollständig gesichert ist.

Die Passage wird für den Zug erst nach der vollständigen Sicherung, also nach 33 Sekunden freigegeben. Nun befährt der Zug den freigegebenen Streckenabschnitt vom Vorsignal bis zum Bahnübergang. Vom blinkenden Warnsignal bis zur Durchfahrt des Zuges verstreicht also eine gute Minute.

In Suhr wartet man aber nicht nur eine Minute, sondern teilweise über fünf. Wie kann es dazu kommen? «Die Barrieren müssen geschlossen bleiben, wenn innert sehr kurzer Zeit mehrere Züge folgen», so Pallecchi. In Suhr ist das jeweils von 6 bis 9 Uhr und von 16 bis 20 Uhr jede halbe Stunde der Fall.

Dann kreuzen sich zwei S-Bahnen im Bahnhof Suhr. Die Barriere bleibt dann so lange unten, bis die eine S-Bahn in den Bahnhof eingefahren und die andere aus dem Bahnhof raus ist. Das dauert meistens rund 3,5 Minuten.

Im schlimmsten Fall 5 Minuten

Zwei Umstände können dazu führen, dass sich die Wartezeit noch weiter verlängert: Zwischen 6 und 20 Uhr gibt es zusätzlich Fahrten für den Güterverkehr, mit denen die umliegende Migros, Möbel Pfister und Schoggi Frey beliefert werden. Auch dann schliesst die Barriere und es muss 1 bis 2 Minuten gewartet werden.

Im dümmsten Fall kann es also sein, dass sich zuerst die zwei S-Bahnen beim Bahnhof kreuzen und anschliessend noch ein Güterzug den Bahnübergang überquert. Dann beträgt die Wartezeit über fünf Minuten.

Auch nicht auszuschliessen ist, dass eine betriebliche Störung, beispielsweise wenn sich die Zugtüre nicht richtig schliesst, die Wartezeiten zusätzlich verlängert.