Aarau

«Jedes Löffeli haben wir gereinigt»: So schön war die Brocki noch nie

Freuen sich auf die Neueröffnung: Bea Bossard, Präsidentin der Gemeinnützigen Frauen, Angelika Frei, Leiterin «strickundtrick», und Margrit Deubelbeiss, Leiterin Brockenstube (v.l.).

Freuen sich auf die Neueröffnung: Bea Bossard, Präsidentin der Gemeinnützigen Frauen, Angelika Frei, Leiterin «strickundtrick», und Margrit Deubelbeiss, Leiterin Brockenstube (v.l.).

Am Ziegelrain in Aarau eröffnet die Brockenstube nach dem Umbau. Sie beheimatet jetzt auch die Strickerinnen. Im Verkaufsraum ist alles viel heller, viel durchgängiger und aufgeräumter.

Im April ist plötzlich alles ganz schnell gegangen. Der Umbau der Brockenstube am Ziegelrain war zwar beschlossen, aber eigentlich erst für den Sommer gedacht. Doch coronabedingt musste die Brocki sowieso schliessen – also zog der Gemeinnützige Frauenverein die Arbeiten ein paar Monate vor.

Jetzt ist fast alles fertig; am Freitag wird die sanierte, entrümpelte und neu gestaltete Brockenstube wieder eröffnet. Die erste Änderung begrüsst die Besucher unmittelbar beim Eingang: Ein Wanddurchbruch gibt direkt die Sicht in den Verkaufsraum frei, man muss nicht mehr durch einen dunklen Korridor laufen. «Eine geniale Idee unseres Architekten», sagt Bea Bossard, Präsidentin der Gemeinnützigen Frauen Aarau.

«Handarbeitsstübli» im Erdgeschoss eingezogen

Überhaupt ist im Verkaufsraum im Erdgeschoss alles viel heller, viel durchgängiger, aufgeräumter. Zentimeterdick sei der Staub auf manchen Stücken gelegen, erzählt Margrit Deubelbeiss, die Leiterin der Brocki. «Jedes Löffeli haben wir gereinigt und wieder eingeräumt.» Mehrere Mulden wurden beim Räumen gefüllt; Gegenstände, die seit Jahren niemand wollte, mussten weichen. Dafür haben die Gemeinnützigen Frauen das Inventar einer privaten Brockenstube aus Kölliken übernommen – eher hochwertige Stücke, an denen bestimmt der eine oder andere Liebhaber Freude haben wird. Auffallend auch: Die extra für die Brocki designten neuen Holzgestelle, auf denen die Ware präsentiert werden kann, ohne dass sie die ganze Fensterfront abdecken.

So sieht die Brocki jetzt aus.

So sieht die Brocki jetzt aus.

 

Im Erdgeschoss der Brockenstube ist auf einer Teilfläche das früher in der Milchgasse ansässige «Handarbeitsstübli» eingezogen. Es hat mit Angelika Frei nicht nur eine neue Leiterin, sondern auch einen neuen Namen: «strickundtrick». Jeden ersten und dritten Mittwochnachmittag im Monat (ab 14 Uhr) und jeden zweiten Mittwochabend (ab 19 Uhr, bis die Proseccoflasche leer ist) treffen sich die Frauen zum gemeinsamen Stricken, neue Gesichter sind auch ohne Voranmeldung willkommen.

Zweiter Stock neu für alle zugänglich

Darüber hinaus bietet das «strickundtrick» hübsche fertig gestrickte Kleidungsstücke an und führt Auftragsarbeiten aus. Ins erste Obergeschoss der Brockenstube geht es neu mit dem Lift – das Kernstück des Umbaus macht die Brocki zwar nicht barrierefrei, aber hilft den Mitarbeiterinnen «beim umefuuge» von Möbeln, so Bea Bossard. Auch hier oben: farbige Wände, ordentlich eingeräumte Regale. Ganz neu ist auch der zweite Stock für jede und jeden zugänglich: Hier oben unter dem Dach sind die Bilder für Kunstliebhaber ausgestellt, ausserdem hat es eine kleine Küche und ein Sitzungszimmer für die Gemeinnützigen Frauen.

Umbau kostete rund eine Viertelmillion Franken

Die Organisation führt schon seit fast 105 Jahren eine Brockenstube, 1989 zügelte diese an den Ziegelrain. Die Liegenschaft nutzen die Gemeinnützigen Frauen im Baurecht. Fast alle Einnahmen aus der Brocki gehen an wohltätige Organisationen in der Region, meist solche, die Frauen unterstützen.

Den Umbau, der etwa eine Viertelmillion Franken gekostet hat, zahlen die Gemeinnützigen Frauen trotzdem selber, aus dem Ersparten. Substanzielle Einnahmen, die nicht gespendet werden, haben sie vor allem aus ihrem Haus Magnolia an der Laurenzenvorstadt, wo eine Wohngruppe der Stiftung Schloss Biberstein eingemietet ist.

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