Die Tagesklinik Aarau der Psychiatrischen Dienste Aargau AG (PDAG) hat die Zügelkisten gepackt und ist von der Westallee an die Bleichematt-strasse 9 gezogen; die alte Tagesklinik war zu klein geworden. Am Donnerstagabend wurden die neuen Räumlichkeiten, die direkt hinter dem Bahnhof liegen, eingeweiht.

In der Tagesklinik können nun 18 statt wie bisher 14 Patienten betreut werden. Doch das ist nicht die einzige Neuerung: «Wir haben das Wochenprogramm zweigeteilt», sagt Patrick Jeger, leitender Psychologe der Tagesklinik Aarau. Je nach Problemstellung bietet die Tagesklinik den Patienten ein zeitlich reduziertes Basisprogramm oder ein ganztägiges Aufbauprogramm an.

Mehr Platz, aber noch nicht genug

Mit der Eröffnung der neuen Tagesklinik hat die PDAG die Anzahl Betreuungsplätze auf 42 erhöhen können (Aarau 18, Baden 14, Königsfelden 10). Der Bedarf nach Plätzen in Tageskliniken sei ganz klar da, sagt Urs Hepp, Chefarzt der PDAG. Die 42 bestehenden Plätze reichen aber längst nicht aus. «Für die Bevölkerung des Kantons Aargau bräuchten wir rund 100 Plätze.» Es ist noch viel zu tun, aber der Weg hat sich in den letzten Jahren spürbar geebnet.

Die Zusammenarbeit mit dem Kanton funktioniere inzwischen sehr gut. «Wir hatten im Aargau bei der Psychiatrie eine deutliche Unterversorgung, jetzt können wir das Nötigste bewältigen», sagt Christoph Ziörjen, CEO der PDAG, und hält fest: «Es geht aufwärts mit der Psychiatrie.» Hepp formuliert das Ziel so: «Jeder Patient soll die Behandlung bekommen, die er braucht und die ihn am wenigsten einschränkt.»

Hepp ist froh, dass das Angebot ausgebaut werden konnte, trotz des Dauerbrenners Geld. Für Hepp ist klar: «Im Vordergrund steht der Patient mit seinen Bedürfnissen, nicht die Finanzierung.» Diesbezüglich stelle sich in der Zwischenzeit auch nicht mehr die Frage, ob, sondern wie die Finanzierung zwischen Kanton, Leistungsversorger und Versichertem klappen kann. «Wir ziehen mit dem Kanton am gleichen Strick.» Dem pflichtete auch Urs Nyffeler vom Departement Gesundheit und Soziales bei. Tageskliniken seien bei der Behandlung psychisch Kranker nicht mehr wegzudenken, so Nyffeler. «Wir sind auf einem guten Weg.»