Die Rechnung 2014 der Stadt Aarau schliesst mit einem Gesamtumsatz von 162,7 Millionen Franken ab. Beim operativen Ergebnis resultiert ein Gewinn von 3,1 Mio. Franken. Die Selbstfinanzierung von 14,6 Mio. Franken deckt 53,9 Prozent der Nettoinvestitionen.

Aus der betrieblichen Tätigkeit schreibt die Stadt einen Verlust von rund 14,5 Millionen Franken, das Budget sah 16,2 Millionen vor. Mit einer Abweichung von 1,7 Millionen gegenüber dem Budget erzielt die Stadt im Betrieb aber mehr oder weniger eine «Punktlandung». Dies, obwohl sich zwischen einzelnen Budgetpositionen erhebliche Verschiebungen ergeben: So wurde zum Beispiel der budgetierte Steuerertrag der natürlichen Personen um 3,3 Millionen Franken verfehlt und die Kosten für Sozialhilfe lagen netto 1,5 Millionen Franken über dem Budget.

Ausgleich bei den Steuern

Der Minderertrag bei den Steuern der natürlichen Personen konnte zum Teil durch Mehrertrag bei den Steuern der juristischen Personen (plus 1,7 Millionen) wettgemacht werden. Auch Einsparungen beim Sach- und beim übrigen Betriebsaufwand von 1,4 Mio. Franken sowie geringere Abschreibungen verbesserten das betriebliche Ergebnis.

Das Ergebnis aus Finanzierung fällt mit 17,6 Millionen Franken deutlich besser aus als budgetiert. Hauptgründe dafür sind die gute Rendite von 6,9 Prozent aus dem Anlagenfonds und der tiefere Zinsaufwand.

Aus dem Ergebnis des Anlagefonds wurden dem Finanzierungsergebnis 6,6 Millionen Franken zugewiesen, das sind 5,2 Millionen Franken mehr als budgetiert. Das gute Ergebnis aus Finanzierung macht den Verlust aus der betrieblichen Tätigkeit wett und führt zu einem positiven operativen Ergebnis (Gewinn) von 3,1 Millionen Franken.

Dank den Erträgen aus dem Anlagefonds gelingt es der Stadt, den Betrieb inkl. Abschreibungen aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Die Nettoinvestitionen betragen 27,2 Millionen Franken (Budget 49 Mio.).

Der Realisierungsgrad bei den Investitionsausgaben liegt bei bescheidenen 55 Prozent. Auch im Jahr 2014 kam es bei verschiedenen Projekten zu Verzögerungen - entweder im Entscheidungs- oder im Realisierungsprozess.

Die Selbstfinanzierung von 14,6 Millionen Franken deckt 53,9 Prozent der Nettoinvestitionen. Der Finanzierungsfehlbetrag von 12,5 Millionen muss mit Fremdkapital gedeckt werden.

Weil der Finanzierungsfehlbetrag ungefähr gleich hoch ist wie die Aufwertung der Liegenschaften des Finanzvermögens mit dem neuen harmonisierten Rechnungsmodell HRM2, bleibt das Nettovermögen der Stadt gleich hoch wie im Vorjahr. Es beträgt immer noch rund 119 Millionen Franken.

Stadtmuseum und Velo-Parking

Das schwergewichtigen Investitionsausgaben betreffen folgende Projekte: Stadtmuseum Erweiterung und Altbausanierung (7,7 Millionen); Velo-Parking und Zugang zur Bahn, Bahnhof Süd (3,2 Millionen); Erweiterung Primarschule Telli (2,8 Millionen); Alterszentrum Suhrhard Buchs, Neubau, anteilsmässiger Beitrag (2,4 Millionen).

Alle Spezialfinanzierungen schliessen mit einem positiven operativen Ergebnis ab. Die Altersheime, Alterssiedlung und das Krematorium können ihre Investitionen vollumfänglich selber aus der Erfolgsrechnung finanzieren. Beim Abfall und dem Abwasser entstehen Finanzierungsfehlbeträge, welche das Vermögen reduzieren.

Lesen Sie hier das Interview mit Stadtpräsidentin Jolanda Urech.