In Aarau steigen die Steuern zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren um drei Prozent: Denn das Volk verzichtete auf den Steuerfussausgleich. Und das sehr deutlich: Das Budget 2018 wurde mit 4311 Stimmen zu 2218 Stimmen angenommen. Also mit 66 Prozent Ja zu 34 Prozent Nein. Stadtpräsidentin Jolanda Urech ist über diesen Wahlausgang sehr glücklich: «Es freut mich, dass ich als abtretende Stadtpräsidentin dem neuen Stadtrat und dem neuen Einwohnerrat ein gesichertes Budget übergeben darf.» Es sei eine grosse Erleichterung, dass das Budget so deutlich angenommen worden sei.

Auch bei den beiden anderen Vorlagen gab es Resultate im Sinne der Exekutive: «Das Vertrauen in den Stadtrat ist gross», konstatierte Jolanda Urech. Fast gleich wie beim Budget war das Resultat bei der Vorlage über eine Änderung der Gemeindeordnung: Für die Einbürgerungen ist künftig nicht mehr der Einwohner-, sondern der Stadtrat zuständig. Wie beim Budget waren auch hier die FDP und die SVP dagegen. Doch die Bürgerlichen drangen nicht durch: Es gab 4192 Ja- und 2269 Nein-Stimmen. Also 65 zu 35 Prozent.

Auf der Siegerseite waren die Bürgerlichen dagegen bei der SP-Initiative «Raum für alle». Diese wurde mit einem Nein-Stimmen-Anteil von 60 Prozent abgelehnt. «Es ist sehr erfreulich, dass das Resultat so deutlich ausgefallen ist», erklärte FDP-Fraktionschefin Martina Suter, die den Abstimmungskampf der Gegner geleitet hatte. Suter wies darauf hin, dass die Gegner wegen der Wahlen nur sehr wenige personelle und finanzielle Ressourcen für den Abstimmungskampf gehabt hätten. Die SP-Initiative wurde mit 3912 zu 2605 Stimmen abgelehnt. Wenn das Volksbegehren angenommen worden wäre, hätte sich die Stadt mit erheblichen Mitteln für «bezahlbaren Wohn- und Gewerberaum» engagieren müssen. Sie hätte auf dem Grundstück- und Immobilienmarkt eine aktive Rolle übernehmen sollen.

Aus Sicht des Stadt- und Einwohnerrates beinhaltete die Initiative «Forderungen mit einem unbekannten Preisschild». Die Initiative sei zu weit gegangen, meinte gestern Stadtpräsidentin Urech. Sie betonte aber, dass die Wohnbaupolitik für den Stadtrat auch nach dem Nein ein wichtiges Thema bleiben werde.