Gaza-Konflikt
Israel-Gegner demonstrieren in Aarau - Demonstrant als Hitler verkleidet

Gegen 200 Demonstranten haben am Samstagnachmittag in Aarau gegen die Angriffe Israels auf Gaza protestiert. Ein türkischer Demonstrant fiel auf durch eine provokative Verkleidung als Hitler. Die Polizei musste allerdings nicht einschreiten.

Aline Wüst und Nadja Rohner
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Anti-Israel-Demonstration in Aarau.
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Auch Kinder waren anwesend.
Antisemitische Äusserungen blieben aus.
Ezra: Rief in ihrer Ansprache zu Solidarität und Mitgefühl mit den Menschen in Gaza auf.
«Israel töte mich nicht» steht auf dem T-Shirt dieses Kindes.
Gegen 200 Personen demonstrierten gegen den Krieg in Palästina.
Viele Demonstranten waren türkischer Herkunft.
Diese Demonstrantin war sichtlich berührt.
2012284664 Viele junge Leute unter den Demonstranten.
Pro-Palästina-Demonstranten in Aarau.
Erdogan-Anhänger hatten zur Demonstration in Aarau aufgerufen.
Ein Plakat geisselt Israel «Terrorist».
Anti-Israel-Demonstration in der Aarauer Innenstadt.
Demonstrant protestiert in Aarau, mit Kind und Plakat.
Ab 14 Uhr versammelten sich Demonstranten in der Igelweid in Aarau.
Botschaft auf dem Rücken des Kindes verbreitet: Demonstranten in Aarau.

Anti-Israel-Demonstration in Aarau.

Jiri Reiner

Zwischen 150 und 200 Leute haben sich in der Igelweid in Aarau zur Demonstration versammelt. Stadt- und Kantonspolizei sind mit einem Aufgebot vor Ort. «Wir würden sofort einschreiten, falls es zu antijüdischen Parolen käme», sagt Max Suter, Sprecher der Kapo Aargau. Die Polizei sei aber auch da, um die bewilligte Demonstration vor etwelchen Störungen zu schützen. Soweit kam es nicht. Die Kundgebung bei regnerischem Wetter verlief ruhig.

Plakate wie «Israel Terrorist» werden in die Höhe gehalten. «Gaza ist ein Open-air Gefängnis», sagt eine Demonstrantin. «Wir weinen mit den Kindern, die ihre Eltern verloren haben. Wir weinen, und der Himmel mit uns.»

Eine Frau aus dem Publikum geht auf die Bühne und spricht zu den Demonstranten: «Wir sind Moslem. In unserem Koran steht, man darf nicht töten. Versteht das endlich!" Nach ihr ergreift ein Mann das Wort: «Wir sind keine Gegner von Israel. Man muss nur Mensch sein, um das, was in Israel passiert, zu missbilligen. Es kann nicht sein, dass Kinder beim Spielen bombardiert werden.»

Ein Mann am Rande der Menge fiel durch eine Hitler-Verkleidung auf. Er hatte sich einen entsprechenden Schnauz rasiert, trug eine Uniform und eine Türkei-Fahne auf den Schultern. Seine Kumpanen sprachen in mit «Führer» an. Öffentlich äusserte sich der 40-jährige Türke aber nicht an der Kundgebung. Der Nazi-Aufzug des Demonstranten störte die Organisatoren offensichtlich nicht. Jeder sei willkommen, hiess es auf Nachfrage.

Wer steckt hinter den Organisatoren?

Im Vorfeld der Demonstration sagte Organisatorin Bahar Helvaci zur «Aargauer Zeitung»: «Wir haben nichts gegen Juden, diese Demonstration richtet sich gegen Zionisten». Ziel sei es, der Öffentlichkeit zu zeigen, was in Palästina geschehe, dass dort Frauen und Kinder sterben, so Helvaci.

Tweet der UETD: «Die Sektion Aargau organisiert eine Kundgebung gegen das Massaker Israels.»

Doch wer sind eigentlich die Organisatoren? Aufgerufen zur Demonstration hat die Aargauer Sektion der Union Europäischer Türkisch-Demokraten (UETD). UETD-Mitglieder gelten als Anhängern des türkischen Premierministers Erdogan. Dieser hat sich wiederholt israelkritisch geäussert. Bei einer Wahlrede am Samstag in der Türkei sagte er sogar, dass die israelische Offensive in Gaza barbarischer sei als das Vorgehen Hitlers. Die UETD selber beschreibt sich als Organisation, die Verantwortung für den Aufbau einer schönen Zukunft für die in Europa lebenden Türken übernehme. Ein Ableger der Organisation existiert seit 2012 in der Schweiz. Die Aargauer Sektion hat nach eigenen Angaben rund 50 Mitglieder.

Update folgt

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