Letzte Woche wurde bekannt, dass der umstrittene Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS) einen «Raclette-Plausch» in Aarau plant und dafür das Gönhard-Waldhaus von den Ortsbürgern gemietet hatte. Nachdem die Stadt davon erfuhr, zog sie aber am Montag letzter Woche den Mietvertrag zurück. Ausserdem reichte SVP-Einwohnerrat Simon Burger eine Anfrage ein, um zu erfahren, was der Stadtrat gegen Anlässe des IZRS auf Stadtgebiet unternimmt.

Ein Vorstandsmitglied des IZRS behauptete gegenüber «Tele M1», man wisse nichts vom Rückzug des Mietvertrags. Auf seiner Website tat der Verein so, als würde der Anlass wie geplant stattfinden.

Islamischer Raclette-Plausch

Der Tele M1-Beitrag vom 7. März zum Islamischen Raclette-Plausch

Für ein Raclette-Essen mietete eine Privatperson eine Hütte. Dahinter steckte aber der als extrem geltende Islamische Zentralrat IZRS.

Am Sonntag luden die Verantwortlichen denn auch Fotos auf Facebook hoch, die den Raclette-Plausch zeigten – natürlich ohne Ortsangabe. «Über 120 Personen folgten unserer Einladung zum traditionellen Raclette-Essen in der Umgebung Aarau – versuchtes Versammlungsverbot seitens der Behörden hin oder her», hiess es.

Recherchen der AZ zeigen aber: Der IZRS musste bis nach Fulenbach ausweichen. Die Solothurner Gemeinde liegt neben Murgenthal, also eine halbe Autostunde entfernt. Dort mieteten sie das Vereinslokal des Radfahrervereins Fulenbach. Dessen Verantwortliche hatten offenbar keine Ahnung, welche Organisation sich da für einen Anlass ins Haus geholt hatte, weil der IZRS die Liegenschaft durch eine Privatperson mieten liess. 

Gegenüber Tele M1 sagt Clubhauswart Martin Jäggi, der Abend sei zwar reibungslos über die Bühne, doch etwas mulmig sei ihm schon gewesen. Hätte er von Anfang an gewusst, wer das Lokal gemietet habe, hätte er vermutlich Nein gesagt. «Aber jetzt waren sie hier, und es war alles in Ordnung», sagt Jäggi. (NRO/Tele M1)