Aarau

Investitionen in Millionen-Höhe: Die Region hängt am Tropf der Migros

Produzieren kosmetische Produkte selbst für Indien: Die 465 der weltweit gegen 1200 Mibelle-Angestellten, die in Buchs ihren Arbeitsplatz haben. ho

Produzieren kosmetische Produkte selbst für Indien: Die 465 der weltweit gegen 1200 Mibelle-Angestellten, die in Buchs ihren Arbeitsplatz haben. ho

Bei den Migros-Industriebetrieben Chocolat Frey, Jowa, Mibelle und MVS arbeiten rund 2400 Personen. Und der Detail-Riese mit dem orangen «M» ist gross am Investieren.

Die Migros ist im Raum Aarau nicht nur ein Detailhändler mit Hunderten von Angestellten in den Supermärkten, sondern auch der grösste industrielle Arbeitgeber.

Das hebt das Lohnniveau. Denn die Migros zahlt vergleichsweise gute Gehälter, was ihre Konkurrenzbetriebe unter Druck setzt. Und ihre Angestellten profitieren von verschiedenen Vorzügen: etwa dem ordentlichen Pensionierungsalter 64 oder 18 Wochen Mutterschaftsurlaub.

Die Migros ist mächtig am Investieren, wie Baukräne bei der Mibelle in Buchs, dem Migros Verteilzentrum Suhr (MVS) und der Jowa in Gränichen zeigen. Alleine in diesen drei Betrieben werden zurzeit rund 80 Millionen Franken ausgegeben.

Zwei neue Läden und ein Lifting

Die Region Aarau ist für die Migros aber auch im Detailhandel ein Investitionsschwerpunkt: In Aarau und Suhr entstehen «MM». Zudem beginnen, nachdem kürzlich die Baubewilligung erteilt worden ist, im Herbst die 14 Millionen Franken teuren Arbeiten am Ausbau des Migros in Unterentfelden. Neben einem generellen Lifting verbunden mit einer moderaten Verkaufsflächenerweiterung wird ein M-Restaurant (170 Innensitzplätze) realisiert.

Kehrtwende bei Schoggi Frey

Unter den M-Industriebetrieben ist die Chocolat Frey arbeitsplatzmässig am grössten: mit rund 800 festangestellten Mitarbeitern in Buchs. Nach der Umstrukturierung, von der im letzten Herbst rund 50 Personen betroffen waren, sieht es jetzt wieder besser aus.

«Die aktuelle Auslastungssituation bis Ende dieses Jahres ist gut, und der Personalbestand deswegen stabil bis leicht steigend», erklärt Frey-Sprecherin Pascale Buschacher.

Chocolat Frey investiere laufend in die Verbesserung der Produktivität und damit Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Buchs. Letzte Grossinvestition war eine neue Napolitaines-Anlage (über 10 Millionen Franken, Inbetriebnahme 2015).

Chocolat Frey ist auch ein Publikumsmagnet. «Schon bald werden wir den 200'000sten Besucher im an Ostern 2014 eröffneten Besucherzentrum begrüssen, sagt Mediensprecherin Pascale Buschacher.

Jowa verbaut 64 Mio. Franken

Die Jowa ist gleich an zwei Standorten aktiv: in Gränichen mit der Grossbäckerei (rund 630 Angestellte) und in Buchs mit der Pasta-Produktion (rund 50 Angestellte). Investiert wird nur in Gränichen – aber dort gross.

Das «Werk 2» für die Produktion von Tiefkühlbrot wird 57 Millionen Franken kosten. «Die erste Auslieferung erfolgt voraussichtlich im kommenden Frühling», erklärt Jowa-Sprecherin Heike Zimmermann. Entstehen neue Jobs? Das ist laut Heike Zimmermann eher nicht der Fall: «Aber wir können bestehende erhalten.»

Neben der Grossbäckerei investiert die Jowa sieben Millionen Franken in ein Holzheizwerk.

Mibelle liefert nach Indien

In nächster Zeit ebenfalls einigermassen konstant ist der Personalbestand der Mibelle in Buchs. Und das, obwohl jedes Jahr zwischen sechs und zehn Millionen Franken investiert werden.

Gegenwärtig wird etwa das Hauptgebäude aufgestockt. «Wir stehen klar zum Produktionsstandort Schweiz und investieren kontinuierlich, um technologisch auf dem Stand der Technik zu bleiben», erklärt Sprecherin Nicole Thaler.

Die Mibelle hat Ende Juli in Frankreich von Procter&Gamble den Produktionsstandort Ondal Sarl übernommen (rund 180 Angestellte). «Es ist nicht vorgesehen, die Produktion aus der Schweiz nach Frankreich zu verlagern», versichert Thaler.

Gut angelassen hat sich die vor Jahresfrist initiierte Expansion in Richtung Indien. «Die erste Produktefamilie für den indischen Markt wurde erfolgreich in Buchs produziert und in Indien ausgeliefert. Weitere Einführungswellen zusätzlicher Sortimente sind für 2017 sowie 2018 vorgesehen», sagt Thaler.

Mehr Büros und Paletten-Plätze

Das Migros Verteilzentrum Suhr (MVS) ist in der Migros-Terminologie nicht ein Industrie-, sondern ein Support-Betrieb. Gegenwärtig werden in einem vollautomatischen Hochregalsilo 16'000 Palettenplätze geschaffen (kostet 12 Millionen Franken).

Zudem wird das Empfangsgebäude für vier Millionen Franken aufgestockt. Ein Stellenausbau ist nicht geplant. Das MVS hat 460 Angestellte.

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