Ein erster Schritt in die richtige Richtung getan: «Das Netzwerk für Schlüsselpersonen besteht», verkündete Anabel Diez, Koordinatorin der Fachstelle Integration Aarau, an der zweiten Plattform Integration.

Die sogenannten Schlüsselpersonen sollen als Verbindungsglied zwischen Behörden und Migranten agieren. Sie sind selbst vor einiger Zeit in die Schweiz eingewandert und können die Migranten durch die eigenen Erfahrungen unterstützen.

Wie genau ihr Aufgabenbereich in der Stadt Aarau aussehen wird, ist noch nicht klar. «Das Netzwerk ist aufgebaut», erklärt Diez, «jetzt geht es darum, das Projekt bekannt zu machen und die Aufgaben zu konkretisieren.»

Nicht ohne Auftraggeber

Was jetzt schon klar ist: Für den Einsatz einer Schlüsselperson braucht es immer einen Auftraggeber. «Wenn zum Beispiel ein Kind Probleme mit dem Lernen hat, könnte sich die Schulleitung an uns wenden. Eine Schlüsselperson würde bei der Familie vorbeigehen und ihr erklären, wie wichtig es ist, dass ihr Kind richtig Deutsch lesen und schreiben lernt», sagt Diez.

Vernetzer statt Schlüsselpersonen

Im Treffpunkt Integration Windisch Brugg arbeitet man auf einer ähnlichen Basis: 12 Vernetzerinnen beraten Familien in der Muttersprache, meistens im Auftrag der Schule.

«Für uns kam der in Aarau verwendete Begriff ‹Schlüsselperson› nicht infrage», sagt Kathrin Potratz, Leiterin des Treffpunkts, «er impliziert, dass eine Person alle Macht in der Hand hat.»

Der Treffpunkt Integration entstand 2009 durch Initiative der Schule Windisch. Dort geschah es immer wieder, dass Kinder mit Migrationshintergrund bei ihrer Einschulung überfordert waren.

Unter anderem kannten sie das Schulsystem nicht oder sprachen nur wenig Deutsch. «Das war frustrierend für Kinder, Eltern und Lehrer», sagt Potratz. In der Aufbauphase wurde der Treffpunkt Integration unter anderem vom Lotteriefonds mitfinanziert.

Seit 2012 ist er ein Pilotprojekt der Gemeinde Windisch. Partnergemeinden sind Brugg, Birr und Hausen. «Wir sind froh, dass der Treffpunkt Integration Windisch Brugg von den Gemeinden unterstützt wird. Sie sind wichtige Partner und geben dem Projekt eine stabile Zukunft», sagt Potratz.

Stadt steht hinter dem Projekt

«Der politische Wille muss da sein», bestätigt Anabel Diez. «Dadurch, dass die Stadt Aarau die Koordinationsstelle der Fachstelle Integration vor zwei Jahren geschaffen hat, hat sie gezeigt, dass der Wille, etwas zu verändern, da ist», sagt Stadtrat Michael Ganz dazu.

In der Politik sei die Stelle seither nicht mehr Thema gewesen und auch in der Diskussion um Sparmassnahmen nie zur Sprache gekommen. Ganz ist vom Projekt überzeugt: «Ich denke, wenn man jemanden den Zugang zu Informationen bietet, ist das ein erster Schritt zur Integration.»