Seit Montag ist es in der Schweiz im Handel: «Love your Body – und schliesse Frieden mit dir selbst» – das erste Buch von Morena Diaz aus Erlinsbach. Hauptberuflich unterrichtet die 24-Jährige 1.-Klässler in Erlinsbach. Die berühmteste Primarlehrerin der Schweiz wurde sie allerdings durch ihre zweite Beschäftigung.

Auf ihrem Blog und in den sozialen Medien berichtet sie ihren über 70'000 Followern über das Verhältnis zu ihrem Körper: Mit Fotos und Texten will sie den Menschen ein Liebe-deinen-Körper-Gefühl vermitteln. Ihr durchaus freizügiger Auftritt brachte ihr auch Kritik ein, insbesondere von der Präsidentin des Aargauischen Lehrerverbandes, Elisabeth Abbassi.

Im TalkTäglich von TeleM1 spricht Morena Diaz über ihre Motivation, ihre Botschaft, die Kritik und ihre persönlichen Tabus.

Über das Ziel des Buches: «Mut, sich zu akzeptieren»

Ihr Buch sei ein Ratgeber, der ihre eigene Geschichte als roten Faden enthalte: «Ich will die Leute zum Nachdenken anregen, was uns von unserer Gesellschaft als schön diktiert wird.»

Das Buch solle aber auch Mut machen. So beinhaltet es auch verschiedene Erzählungen anderer Menschen. «Es gibt so viele da draussen, die ähnliche Probleme durchgemacht haben und sie haben es dennoch geschafft – geschafft sich zu akzeptieren.» Sie habe grundsätzlich versucht, möglichst viele verschiedene Perspektiven zu zeigen.

TalkTäglich mit Primarlehrerin, Bloggerin und Neo-Autorin Morena Diaz: Was ihr Buch bewirken soll.

Was ihr Buch bewirken soll.

Über ihre eigene Geschichte: «Morena ist dick»

Die Anfänge ihrer eigenen Probleme mit dem Körper sieht die heute 24-Jährige in ihrer frühen Kindheit. «Ich war eigentlich nie zufrieden mit meinem Körper, schon als Kind», sagt Diaz. Sie sei immer schon etwas fester gewesen und in der Oberstufenschule dann auch immer wieder etwas gehänselt worden: «Morena ist dick.»

Das Streben nach dem gängigen schlanken Schönheitsideal habe dann über die Sozialen Medien begonnen. «Früher waren es Stars, heute sind es die Influencer und Blogger», beschreibt Diaz die Vorbilder für das perfekte Aussehen. Da habe es sie voll erwischt: «Ich bin wie in eine Sucht geraten – immer dünner und dünner, immer besser.»

Morena Diaz über die Anfänge ihrer eigenen Probleme mit dem Körper

Morena Diaz über die Anfänge ihrer eigenen Probleme mit dem Körper.

Über Fressattacken, Kontrollverlust und die Wende

Morena Diaz nahm dank knallhartem Verzicht schnell ab. Ihre Mutter konstatierte damals: «Was soll ich denn noch kochen, wenn all das vom Menüplan gestrichen ist?»

Doch nebenher kontrollierten heimliche Essattacken das Leben der jungen Oberentfelderin. «Ich konnte den Gelüsten nicht widerstehen.» Aber sie hatte extrem Angst, zuzunehmen. Doch die Attacken wurden häufiger, zuletzt kamen sie mehrmals täglich. Sie wusste nicht, wie ihr geschah. Das sei der Tiefpunkt gewesen: «Der Kontrollverlust hat mich so fertig gemacht.»

Da habe sie begonnen, ihre Position im Leben zu hinterfragen: «Bin ich nur auf der Welt, um den Leuten zu gefallen?»

Morena Diaz über Fressattacken, Kontrollverlust und die Wende.

«Ich habe den Sinn von meinem Leben nicht mehr gesehen.»

Über das Dasein als Instagram-Star 

Morena Diaz ist ein Social-Media-Star, hat über 72'000 Follower auf Instagram – und sie kritisiert die Influencer in den Sozialen Medien: «Sie machen extrem viel Geld mit ihrem Aussehen – sie zeigen sich möglichst perfekt.» Ihr hingegen ginge es um alltägliche Natürlichkeit und die Mut machende Botschaft: «Man kann dem Schönheitswahn auch die Stirn bieten.»

Sie könne auch ein schwarzes Bild posten und ihre Botschaft darunter schreiben. «Ich benutze ja viele Worte», sagt die Bloggerin. «Doch leider funktioniert das halt so, dass etwas besser ankommt, wenn man auch etwas zeigt.» (Siehe Video ganz oben)

Da kann es auch mal ein Bikini-Foto sein. Die Kritik, insbesondere wegen der Vereinbarkeit mit dem Lehrerberuf, macht ihr keine Sorgen: «Was ich in der Freizeit mache, das ist ja meine Sache.» Würde es wirklich ein Problem darstellen, dann zöge sie die Konsequenz und würde auf eines von beidem verzichten.

Aber auch bei «aufreizenden» Bildern steht für Diaz immer die «Fühl dich wohl in deinem Körper»-Botschaft im Vordergrund. «Einfach so eine sexy Pose posten würde ich nicht.» Und ihr Tabu verrät die 24-Jährige zum Schluss mit einem breiten Lachen auch noch: «Nacktbilder wird es sicher nie geben.»

Sehen Sie hier den Talk mit Morena Diaz in voller Länge:

TalkTäglich mit Morena Diaz, der berühmtesten Primarlehrerin der Schweiz.