Aarau

Ins Stadtmuseum kommt man künftig nicht mehr gratis

Das neue Stadtmuseum wird Ende April eingeweiht. Die Museumsleitung rechnet mit 10000 Eintritten pro Jahr.

Das neue Stadtmuseum wird Ende April eingeweiht. Die Museumsleitung rechnet mit 10000 Eintritten pro Jahr.

Der Einwohnerrat hat das Gebührenregelement für das neue Stadtmuseum gutgeheissen. Die Debatte ging nicht ohne Nebengeräusche über die Bühne.

Die gute Nachricht: Das renovierte und erweiterte Aarauer Stadtmuseum öffnet Ende April seine Türen. Die weniger gute Meldung: Der Eintritt ist nicht mehr wie bisher gratis, er kostet Geld. Der Einwohnerrat hat das entsprechende Gebührenreglement einstimmig gutgeheissen. Das Parlament selber hatte im Rahmen der Sparmassnahmen von Stabilo 1 den entsprechenden Auftrag an die Behörde erteilt. Die jetzt beschlossenen Tarife entsprechen laut der stadträtlichen Botschaft «einem ortsüblichen, schweizerischen Mittelwert». Erwachsene zahlen künftig somit für den Besuch des Stadtmuseums Aarau 8 Franken, Rentner und Studierende 5 Franken, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre sind von der Gebühr befreit. Dazu kommen abgestufte Tarife für Gruppen mit Führungen, eine Dienstleistung, die bisher schon kostenpflichtig war.

Nicht ohne Nebengeräusche

Der Rat stimmte mit 27 Ja gegen 17 Nein einem Antrag der SVP-Fraktion zu, der verlangt, dass beim Besuch von Schulklassen neben dem Obolus für die Führung auch ein Eintritt zu bezahlen ist. Gutgeheissen wurde auch ein Antrag der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission FGPK, an «ausgewählten Tagungen» bis maximal 50 Franken pro Person zu verlangen.

Ganz ohne Nebengeräusche ging die Behandlung des neuen Gebührenreglements im Parlament nicht über die Bühne. Susanne Heuberger (SVP) nutzte die Gunst der Stunde für einen Rundumschlag gegen das Museum. Sie sprach von einem «Protz- und Prunkbau» und attestierte dem Betrieb «ein ewiges Defizit». Die Schätzung von 10 000 Besucherinnen und Besuchern pro Jahr sei «unrealistisch», der Ertrag von budgetierten 45 000 Franken stehe in keinem Verhältnis zum Aufwand von rund 1,2 Millionen.

Gegen diese Interpretation von Geld und Geist wehrte sich Gabriela Suter (SP). Das Volk habe 2009 dem Baukredit im Wissen um die Betriebskosten an der Urne zugestimmt, diesen demokratischen Willen gelte es umzusetzen. Eine Museum müsse nicht rentieren, sondern «die Geschichte unserer Stadt und ihrer Menschen zeigen». Es gehe nicht um Zahlen, sondern auch um das Sammeln von Zeitzeugen von der Vergangenheit bis in die Gegenwart.

Peter Jann (GLP) kritisierte, dass für Jugendliche bis 16 Jahre Gratiseintritt gelte. Er erachtete für diese Kategorie einen «angemessenen Tarif» durchaus für möglich, stellte aber keinen Antrag. Stadtrat Hanspeter Hilfiker bestätigte, dass bei der Bauabrechnung mit einem Mehraufwand von rund 2 Prozent gerechnet werden müsse. Er versprach, im Rahmen von Stabilo 2 «bei der Kultur nach Sparpotenzial zu suchen, und zwar im Umfang von 10 Prozent beim Netto-Aufwand».

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