Die Industriellen Betriebe Aarau (IBA) erzielte im Jahr 2015 mit einem Reingewinn von 14,7 Mio. Franken ein solides Geschäftsergebnis. Der Umsatz der IBAarau Gruppe nahm laut einer Medienmitteilung von 147,5 Mio. auf 150,1 Mio. Franken zu, das sind gut 1,8 Prozent. Das operative Ergebnis liegt mit 16,7 Mio. um 0,13 Mio. unter dem Vorjahreswert.

Das Gesamtergebnis bleibt mit 14,7 Mio. deutlich hinter den 20 Mio. Franken des Vorjahres zurück. Dies ist laut IBA «auf den erheblich geringeren Ertrag aus den Wertschriften zurückzuführen, der in den letzten drei Jahren einen wesentlichen Beitrag zum hohen Jahresgewinn geliefert hat». Die Nettorendite auf dem Wertschriftenbestand betrug 2015 1,1 Prozent, 2014 9,2 Prozent.

Verwaltungsrat und Geschäftsleitung empfehlen der Generalversammlung eine Dividendenausschüttung von 17 Franken pro Aktie, was gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang um 6 Franken oder 26 Prozent bedeutet. Der grössere Teil des Jahresgewinns wird in laufende Projekte investiert.

IBA-CEO Hans-Kaspar Scherrer freut sich, dass «das operative Ergebnis trotz relativ wenig Energieabsatz und tiefen Preisen in etwa auf dem Vorjahresniveau liegt». Durch die steigende Nachfrage bei den Dienstleistungen – insbesondere im Bereich der Elektroinstallationen – habe man den Volumenrückgang auf der Energieseite kompensieren können. Dennoch macht Scherrer die Entwicklung auf dem Energiemarkt Sorgen: «Wir investieren in die Energieproduktion, die aber leider unrentabel geworden ist. Diese Entwicklung ist kurzfristig schmerzhaft – und längerfristig muss sie sich wieder umkehren.» Kein Grund zur Sorge, aber doch eine Herausforderung im Jahr 2016 sei die intensive Bautätigkeit der IBA, in Aarau besonders im Bereich Fernwärme. «Das macht viel Arbeit, aber auch Freude.»

Haushalte bezogen mehr Strom

Laut IBA hat die Aufwertung des Frankens bei Industrie- und Gewerbebetrieben zu Produktionsverlagerungen und damit zu einem um rund 2 Prozent verminderten Absatz von Strom und Erdgas geführt. Demgegenüber hat bei den Haushaltskunden der Absatz weiter zugenommen. Im Heizgrad--Tagevergleich war das Jahr 2015 um 11 Prozent kälter als das rekordwarme 2014. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Stromlieferung im IBAarau-Netz von 519,8 auf 520,4 Gigawattstunden (GWh) um 0,1 Prozent gestiegen. Davon lieferte die IBAarau 90,6 Prozent. Für die nächsten Jahre rechnet die IBA mit gleichbleibender bis minim steigender Stromnachfrage.

Das niederschlagsarme zweite Halbjahr beeinflusste die Stromproduktion des eigenen Kraftwerks markant. Die Produktion lag mit 96,0 GWh 10,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Es handelt sich um den dritttiefsten Wert seit 1980; noch weniger produziert wurde 1989 (Kraftwerksbrand) und 2012 (starke Trockenheit). Das langjährige Mittel beträgt 106,2 GWh. Der Erdgas- und Biogasbezug – teilweise sind dem Erdgas 5 Prozent Biogas aus heimischer Produktion beigemischt – ist insgesamt von 468,2 auf 474,0 GWh um rund 1,2 Prozent angestiegen. Der Biogasanteil daran beträgt 19,2 GWh (Vorjahr: 3,2 GWh).

Die Fernwärme- und Fernkältenetze in Aarau werden zügig ausgebaut. Nach der Inbetriebnahme des Wärmeverbunds Kasino 2014 konnte Ende 2015 auch der Wärmeverbund Torfeld in Betrieb genommen werden.

Wärme-/Kälteverbund in Aarau

Die IBAarau investierte erneut in die Stromnetzerweiterung und über Ersatzinvestitionen in den Erhalt der Versorgungssicherheit. Gleichzeitig wurden hohe Beträge für den Aufbau des Wärme-/Kälteverbundes in Aarau eingesetzt. Die Wärmeverbunde Telli, Schachen sowie Goldern sind in der Detailplanung. Die Wärmeverbunde Kasino und Torfeld sind in Betrieb und werden derzeit noch weiter ausgebaut.

Die Gesamtinvestitionssumme in Anlagen, Netze und Beteiligungen beträgt 61,3 Mio. Franken. Rund 20 Mio. Franken wurden in den Aufbau der Fernwärme sowie 17 Mio. Franken in die Stromnetzerweiterung und -erneuerung investiert. 10 Mio. Franken wurden in den Neubau Werkhof/Büro sowie 7 Mio. Franken in die Beteiligungsgesellschaft Swisspower Renewables AG investiert. Zusätzlich zum erwirtschafteten Cashflow von 20,9 Mio. wurden 40,5 Mio. Franken Darlehen auf dem Kapitalmarkt aufgenommen.