Aarau Rohr
In vier Jahren sollen auch die Rohrer Kinder eine Tagesstätte erhalten

Bis Frühjahr 2018 soll der Stadtteil Rohr eine Tagesstätte für die familien- und schulergänzende Kinderbetreuung (Fusta) erhalten, zusammen mit einem neuen Kindergarten. Der Einwohnerrat genehmigte 110 000 Franken für einen Projektwettbewerb.

Hermann Rauber
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Ein Mittagstisch und eine Betreuung der Kinder nach Schulschluss sollen auch in Rohr eingeführt werden. (Symbolbild)

Ein Mittagstisch und eine Betreuung der Kinder nach Schulschluss sollen auch in Rohr eingeführt werden. (Symbolbild)

Keystone

Es geht vorwärts mit der Einführung von familien- und schulergänzenden Tagesstrukturen (Fusta) im Stadtteil Rohr: Der Einwohnerrat hat einen Kredit über 110 000 Franken als Anteil an die Durchführung eines Wettbewerbs für den Neubau einer Tagesstätte und zusätzlichen Kindergartenraum einstimmig bewilligt. Noch offen ist, ob der Kreisschulrat Buchs-Rohr in gleicher Höhe nachzieht. Die entsprechende Sitzung findet morgen Donnerstag, 27. März, statt. Scheitert diese Zusammenarbeit, so will die Stadt Aarau das Vorhaben im Alleingang realisieren.

Maienzug: Gefahren im Gedränge

Sorgen machte sich Beat Krättli (SVP) im Rahmen einer Anfrage über die Sicherheit im jeweiligen Gedränge am Maienzug-Vorabend. Stadträtin Regina Jäggi konnte beruhigen: Die Maienzug-Kommission habe das Problem im Rahmen von Richtlinien angepackt und Massnahmen zur Verbesserung in Etappen vorgelegt. Eine Arbeitsgruppe prüfe weitere Massnahmen zur Verbesserung der Sicherheit der Besucherschar. Es gehe dabei um Stau- und Fluchträume und die Rettungswege. Ein Gutachter soll klären, wer für den Anlass rechtlich verantwortlich zeichnet. (HR)

Bedürfnis unbestritten

Das Bedürfnis für eine Fusta-Einrichtung im Stadtteil Rohr war an sich unbestritten. Jürg Schmid (SVP) begründete die Notwendigkeit mit dem lokalpolitisch abgeänderten Turnermotto der vier F, gehe es doch hier um «Finanzen, Fusionen, Fairness und Familienmodelle». Allerdings wollte die SVP-Fraktion den finanziellen Spielraum im Hinblick auf die Realisierung bereits beim Start begrenzen.

Die SVP stellte deshalb den Antrag, den anstehenden Wettbewerb mit einem zwingenden Kostendach für die spätere Ausführung zu versehen. Denn es sei in Aarau «Tradition», dass sich der Aufwand für Bauten bei jedem Schritt vergrössere und am Schluss weit über den anfänglichen Schätzungen liege.

Eine solche Auflage sei, so Esther Belser (Pro Aarau), «zum jetzigen Zeitpunkt» problematisch. Sympathien erntete der Antrag der SVP bei den Grünen, doch sahen diese das Kostendach laut Markus Hutmacher eher als «symbolische Geste» denn als Verpflichtung. Der Ergänzungsantrag der SVP scheiterte letztlich mit 24 Nein gegen 20 Ja nur knapp. In der Schlussabstimmung passierte das Kreditbegehren für einen Wettbewerb einstimmig.

Dass der Bezug der Tagesstätte und des neuen Kindergartens im Stadtteil Rohr gemäss der stadträtlichen Botschaft erst im Februar 2018 möglich sein soll, stiess verschiedenen Votanten sauer auf. So wurde auch der Ruf nach vorgezogenen «Zwischenlösungen» laut. Stadträtin Franziska Graf konnte solche am Ende der Debatte auf den Tisch legen.

So wird bereits ab dem Schuljahr 2014/15, also ab dem kommenden August, ein provisorischer Mittagstisch im Säli der Auenhalle eingerichtet. Als «Notlösung» für den kurzfristigen Standort eines Horts präsentierte Franziska Graf den Clubraum in der Aarauer Telli. Später könne auch ein Teil des ehemaligen Gemeindehauses Rohr zu diesem Zwecke genutzt werden.

Nach dem positiven Entscheid des Parlamentes wird nun ein offener, einstufiger Architekturwettbewerb ausgeschrieben, der bis Ende Jahr abgeschlossen sein sollte. In zwölf
Monaten wäre dann der Beschluss für einen Projektierungskredit fällig, in zwei Jahren könnte der Einwohnerrat im besten Fall über den Baukredit befinden.

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