«Seit ich vor achteinhalb Jahren in den Gemeinderat gewählt worden bin, ist die Schulraumplanung ein Dauerthema», sagte Markus Werder am Schluss der Veranstaltung.

«Wollen wir nun die Schulhauserweiterung wieder in Frage stellen?», fuhr der Gemeindeammann von Oberentfelden fort. «Nein», sagte er, «aber wenn der Kredit beschlossen ist, müssen wir über die Bücher und uns fragen, ob ein Vollausbau wirklich notwendig ist.»

Es geht um sehr viel Geld

Es geht am 18. Mai um sehr viel Geld. 14,5 Mio. Franken kostet das Schulhaus Erlenweg 2, über das die beiden Gemeinden Unterentfelden und Oberentfelden entscheiden.

Und so diskutierte man an der Informationsveranstaltung am Donnerstagabend in Oberentfelden nicht nur über Schulräume, die fehlen, und Schülerzahlen, die steigen, sondern auch und vor allem über die Kosten.

Der Gemeinderat von Unterentfelden, dem die Stimmbürger die für den Ausgleich der Rechnung erforderliche Steuerfusserhöhung verweigert hatten, empfiehlt denn auch die Ablehnung der Vorlage.

Gemeinderat Max O. Schmid stellte die aus Sicht von Unterentfelden entscheidende Frage: «Können wir uns das Schulhaus überhaupt leisten?»

Was kostet also den Steuerzahlern das neue Schulhaus? «3 bis 3,5 Steuerprozente», rechnete Schulpfleger Georges Brandenberg vor.

Er hatte sich vorbereitet: «Das macht 52 Franken bei einem steuerbaren Einkommen von 50 000 Franken, 159 Franken bei 100 000 und 298 Franken bei einem Einkommen von 150 000 Franken.»

Brandenberg wollte die finanzielle Belastung, welche die Gemeinden stemmen müssen, gar nicht in Abrede stellen, zumal nach der Inbetriebnahme des neuen Schulhauses die bestehenden Anlagen für 11 Mio. Franken saniert werden müssen. Und dies ist nur eine erste Etappe. Doch mahnte Brandenberg: «Wenn wir jetzt das Geld nicht haben, kann mir dann jemand sagen, wann das der Fall sein wird?»

«Mit dem Schulpavillon Matte, der auf das Schuljahr 2014/2015 erstellt wird, haben alle Klassen ein Dach über dem Kopf», bestätigte Schulpfleger Brandenberg. «Es fehlen aber weiterhin in allen Schulhäusern geeignete Gruppenräume und Ausweichmöglichkeiten für Zusatzlektionen und moderne Lernformen.»

Schulraum seit Jahren knapp

Der Schulraum sei seit Jahren knapp, führte Brandenberg aus. An der Primarschule seien die letzten Schulraumreserven durch die Einführung des Frühenglisch aufgebraucht und im Oberstufenschulhaus seien zur Not Ausweichmöglichkeiten zu Klassenzimmern umgebaut worden. «Um den Anforderungen eines zeitgemässen, schülerzentrierten und differenzierenden Unterrichts und die Stärkung der Volksschule umzusetzen, wurde der Unterricht in den Schulhäusern teilweise in die Gänge verlagert, was den feuerpolizeilichen Vorschriften wiederum zuwiderläuft.»

Grossrätin Vreni Friker brachte schulpolitische Fragen in die Diskussion ein, die Höhe der Schülerzahlen etwa, der Lehrplan 21, Frühenglisch und Frühfranzösisch. Vorauf die Planung denn beruhe, wenn in der schulpolitischen Landschaft alles in Fluss sei, wollte sie wissen. Gesamtschulleiter David Leuenberger und Schulraumplaner Alfred Kohli konnten immerhin bei den Schülerzahlen und der Belegung der Schulzimmer konkrete Zahlen liefern. Kohli: «Entfelden liegt mit den Klassengrössen über dem Kantonsmittel, der Planung wurden Grössen von 20 Schülern zugrunde gelegt.»

Es gibt keinen Plan B

«Für den Fall, dass der Kredit für das Schulhaus Erlenweg 2 abgelehnt wird, gibt es dafür einen Plan B», wollte Gemeinderat Max O. Schmid wissen. «Gibt es so nicht», sagte Georges Brandenberg, «dann werden wir wieder über die Bücher müssen. Und wir werden von den Gemeinden klare und verbindliche Absprachen verlangen, auf deren Basis wir planen können.»

Kurz- und mittelfristig müssten wohl weitere Schulprovisorien erstellt werden, sagte Brandenberg. Leider sei aber der Pavillon Matte an seinem Standort nicht erweiterbar und ein weiterer neuer Pavillon würde zusätzlich anderweitig benötigten Boden auf Jahre hinaus blockieren. Langfristig würden die Pavillons sogar mehr kosten als das Schulhaus, gab der für das Ressort Bau verantwortliche Schulpfleger. Wie hatte der ehemalige und langjährige Schulpflegepräsident von Unterentfelden, Willi Steinmann, nach seinen kritischen Äusserungen gemeint: «Wenn es das braucht, müssen wir die Kröte wohl schlucken.»