Die Schweizer Gesellschaft altert mit jedem Tag. Als einer der Massstäbe für diese Entwicklung gilt der Altersquotient, den das Bundesamt für Statistik für jede Gemeinde berechnet. In Aarau zum Beispiel beträgt er 28,1. Konkret heisst das, dass in Aarau jeweils 28,1 Senioren auf 100 Erwerbstätige kommen.

Von den 59 Gemeinden in der Region hat Brunegg mit 17,1 den kleinsten Altersquotienten. Anders ausgedrückt: 5,8 arbeitstätige Brunegger kommen für einen Über-65-Jährigen auf.

Wie die «Schweiz am Sonntag» kürzlich berichtete, gibt es in der Schweiz überdurchschnittlich viele überalterte Dörfer in den Bergen und auf dem Land. Prognosen zufolge steigt der Schweizer Altersquotient von aktuell 28,4 bis ins Jahr 2060 auf 53. Dann würden nur noch zwei Arbeitskräfte für einen Senior aufkommen.

Noch ist es nicht so weit. Vor allem nicht in Brunegg. Und auch in Wiliberg leben verhältnismässig wenige Senioren. Der Altersquotient beträgt dort 18,2. In Egliswil – die Gemeinde hat den dritttiefsten Altersquotienten der Region – stehen 18,5 Senioren jeweils 100 Erwerbstätigen gegenüber. Sowohl Brunegg, Wiliberg und Egliswil sind ländliche Gemeinden mit kleiner Einwohnerzahl. Damit kratzen sie am Klischee überalterter Gemeinden auf dem Land.

Viele Senioren in Unterentfelden

Im Kanton Aargau beträgt der durchschnittliche Altersquotient 26. Doch die Unterschiede zwischen den einzelnen Gemeinden sind riesig: In Unterentfelden zum Beispiel kommen auf 100 Erwerbstätige jeweils 32,5 Senioren. In Birrwil sind es sogar 34,4 und in Erlinsbach 34,9. Das sind mehr als doppelt so viele als in Brunegg.

Zum hohen Altersquotienten befragt, meint die Birrwiler Gemeindeschreiberin Monika Gloor: «Birrwil ist ein Dorf mit gewachsenen Strukturen und vielen langjährigen Einwohnern. Dies ist allenfalls ein Faktor, der in Birrwil zu einer relativ hohen Anzahl älterer Einwohner führt. Weiter besteht Birrwil hauptsächlich aus Einfamilienhäusern.» Erst in den vergangenen Jahren seien durch die rege Bautätigkeit auch Mehrfamilienhäuser dazugekommen.

In Birrwil fehlt die Jugend

Im letzten Jahrzehnt ist der Altersquotient in Birrwil laufend gewachsen. Anno 2000 betrug er noch 27,7. Statt wie heute 2,9 kamen damals noch 3,6 Erwerbstätige für einen Senior auf.

Dazu passt, dass Birrwil den tiefsten Jugendquotienten aller Gemeinden in der Region verzeichnet. Dieser besagt, wie viele Unter-20-Jährige auf 100 Erwerbstätige kommen. Dieser Jugendquotient beträgt in Birrwil 23,3. Im gesamten Bezirk Kulm beträgt er 33,3 und im kantonalen Durchschnitt 32,6.

Ob die hohe Anzahl Senioren ein Problem sei, gerade im Hinblick auf die Kosten der Langzeitpflege, kann Gloor noch nicht sagen, da die Gemeinden die Langzeitpflegekosten erst seit kurzer Zeit übernehmen. Der Birrwiler Gemeinderat sei jedenfalls nicht der Ansicht, dass er Massnahmen gegen einen hohen Altersquotienten beziehungsweise den hohen Anteil Pensionierter in der Bevölkerung treffen muss. Das Ziel ist aber auch für ihn eine möglichst gute Durchmischung der Bevölkerung.