Unterentfelden
In die Asylunterkunft «Rössli» ziehen vor allem Männer ein

Mitte Dezember hat das Departement Gesundheit und Soziales (DGS) beschlossen, den ehemaligen Gasthof «Rössli» in Unterentfelden zu mieten. Das Gebäude soll als kantonale Asylunterkunft verwendet werden. Detailfragen wurden am Infoabend vom Montag beantwortet.

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Der Kanton will im ehemaligen Gasthaus Rössli eine Asylunterkunft einrichten. (Archiv)

Der Kanton will im ehemaligen Gasthaus Rössli eine Asylunterkunft einrichten. (Archiv)

Stephan Müller, Leiter Sektion Betreuung Asylwesen beim kantonalen Sozialdienst, bestätigte, dass im «Rössli» 92 Asylsuchende einquartiert werden sollen – 82 Männer und zehn Personen, die sich auf Familien verteilen. Dass es sich überwiegend um Männer handelt, begründete Müller damit, dass vor allem oberirdische Plätze für Männer gesucht würden. Familien seien derzeit selten. Die unterirdischen Asylunterkünfte würden nach Möglichkeit wieder geschlossen, sagte Pia Maria Brugger Kalfidis, Leiterin Unterabteilung Asyl im DGS. Das erkläre, warum der Kanton die vom Eigentümer angebotene Liegenschaft in Unterentfelden trotz der 2016 gesunkenen Anzahl Zuweisungen gemietet habe.

Das «Rössli», betonte Müller, eigne sich sehr gut als Asylunterkunft. Ein paar kleinere bauliche Anpassungen im Innern hätten genügt. Ein Baugesuch braucht es nur für die Sichtschutzwand, die zum Schutz der Nachbarschaft errichtet wird. Ab dem 15. März sollen die ersten Bewohner einziehen: Personen, die in einem laufenden Verfahren sind und die – so Müller – viel zu verlieren haben, wenn sie sich nicht wohl verhalten. Sie werden von ein bis zwei Personen betreut. Zwischen 17 und 2 Uhr früh soll ein mobiler Nachtdienst zum Rechten schauen.

Kritische Fragen aus der rund 100-köpfigen Versammlung blieben nicht aus: «Kann ich meine Kinder noch alleine zur Schule gehen lassen?» Oder: «Sind diese Männer innert kurzer Zeit so weit erzogen, dass sie wissen, dass man Schweizer Frauen nicht anfasst?» Der Aarauer Stadtpolizei-Kommandant Daniel Ringier versuchte, aus seiner Erfahrung klarzumachen, im Normalfall handle es sich bei Asylsuchenden nicht um Verbrecher. Wenn Probleme aufträten, betonte Gemeindeammann Heinz Lüscher, müsse dies unbedingt sofort gemeldet werden – der Polizei oder dem Sozialdienst. (uw)

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