Aarau
In der Laurenzenvorstadt gilt nach der Neugestaltung Tempo 30

Der Einwohnerrat heisst den Kredit für die Neugestaltung der Laurenzenvorstadt gut – die FDP-Fraktion scheitert mit ihrem Rückweisungsantrag.

Katja Schlegel
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Das Flickwerk Laurenzenvorstadt muss saniert werden.

Das Flickwerk Laurenzenvorstadt muss saniert werden.

Pascal Meier

Grosse Herren sind hier schon hoch zu Ross in die Stadt getrabt, vorbei an den stattlichen Bürgerhäusern und der Kaserne. Doch die Repräsentationsstrasse von einst ist nach all den Bauarbeiten ein Flickwerk, die Trottoirs voller Stolperfallen.

Keine Frage: Die Laurenzenvorstadt muss zwischen Poststrasse und Schlossplatz saniert werden. Und weil den Autos mehr als genug Platz zur Verfügung steht, soll die Strasse auch gleich neu gestaltet werden: Die Fahrbahn wird schmäler und die Trottoirs breiter, die Geschwindigkeit für die Laurenzi und die Kasinostrasse auf 30 Stundenkilometer gedrosselt. Nur so können die Parkplätze erhalten bleiben, bei Tempo 50 seien die Sichtverhältnisse bei den Aus- und Einfahrten nicht normenkonform. So sieht es das Projekt des Stadtrats vor. Kostenpunkt: 1,43 Millionen Franken.

«Tempo 30 schränkt Nutzung ein»

Der FDP passen diese Pläne nicht, sie stellte einen Rückweisungsantrag. So ist die Fraktion unter anderem der Meinung, mit Tempo 30 werde die heutige Nutzung eingeschränkt. Ausserdem solle die Stadt doch mit der Neugestaltung zuwarten, bis klar sei, wie sich das Kasernenareal entwickle. Und zu guter Letzt sei die Anzahl Fussgänger auf den Trottoirs gering und würde keine Verbreiterung verlangen. Zwar sei der Zustand des Trottoirs auf der Nordseite nicht optimal, so Christian Oehler. «Aber wer nicht hinschaut, stolpert über die Treppenstufen, auch wenn das Trottoir zwei Meter breit ist.»

Verschiedenste Interessen unter einem Hut

Die FDP schuf sich mit ihren Argumenten kein Gehör, der Rückweisungsantrag wurde mit 33 zu 12 Stimmen und einer Enthaltung abgelehnt. Den einen oder anderen Punkt hatten die Fraktionen aber doch zu bemängeln: Unter anderem betonten SP und Grüne, eine Reduktion der Parkplätze wäre angebracht gewesen, während die SVP meinte, gegen noch mehr Parkplätze nichts einzuwenden zu haben. Stadtrat Werner Schib hielt fest, dass das vorliegende Projekt verschiedenste Interessen unter einen Hut bringe: «Parkplätze für Gewerbe und Autofahrer, Verkehrssicherheit für Velofahrer mit Tempo 30, gute Trottoirs für Fussgänger und normgerechte Strassen.» Die Abstimmung fiel entsprechend klar aus: Der Kredit wurde mit 34 zu 10 Stimmen und 2 Enthaltungen genehmigt.

Das Projekt soll noch diesen Sommer öffentlich aufgelegt werden. Die Realisierung ist von Herbst 2014 bis Herbst 2015 geplant.