Küttigen
In der Baumschule wachsen Häuser für 500 Neu-Küttiger

Die Küttiger Hauenstein Baumschulen AG zieht an den Rand des Dorfes. An ihrem jetzigen Standort werden 170 Wohnungen entstehen.

Hubert Keller
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Küttigen: Am jetzigen Standort der Baumschule ist Überbauung geplant
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Die etappierte Überbauung des Baumschulareals wird auf Villa und alten Baumbestand Rücksicht nehmen.
Die geplante Überbauung

Küttigen: Am jetzigen Standort der Baumschule ist Überbauung geplant

CH Media

Rund 6100 Einwohner zählt Küttigen heute. Wenn das Baumschulareal zwischen Bibersteinerstrasse und Alter Stockstrasse dereinst überbaut sein wird, werden es 400 bis 500 Einwohner mehr sein. Die Hauenstein Baumschulen AG plant nämlich, ihr Betriebsgebäude und die Gartenanlagen auszulagern, an den Rand des Dorfes Richtung Biberstein, und das 3,4 Hektaren grosse Areal mit Wohnhäusern zu überbauen. Rund 170 Wohnungen werden es gemäss den nun vorliegenden ersten Studien sein.

Das Areal mitten im Dorf befindet sich zwar in der gemischten Zone für Gewerbe und Wohnen (WG3). Gemäss den Vorstellungen der Bauherrschaft soll es jedoch ausschliesslich Wohnungen vorbehalten bleiben. Auch die Gemeinde sieht, wie Gemeinderat Tobias Leuthard bestätigt, keinen Bedarf, an diesem Ort Gewerbe anzusiedeln.

Die Hauenstein Baumschulen AG hat für die Überbauung als zusätzlichen Investor die ERLA Immobilien AG der Erne Gruppe Laufenburg ins Boot geholt. Die beiden Firmen beauftragten sieben namhafte Architekturbüros, Projektstudien für eine qualitativ befriedigende Überbauung vorzulegen. Die Erkenntnisse aus diesen Arbeiten sollen die Grundlage bieten für einen Gestaltungsplan. Bereits in diesem frühen Stadium wurde die Gemeinde einbezogen. «So können die Bedürfnisse beider Seiten, der Gemeinde und der Bauherrschaft, berücksichtigt werden», sagt Leuthard.

Unterschiedliche Gebäudetypen

Eine Jury hat die eingereichten Studien unter die Lupe genommen und bewertet. Gewonnen hat die Egli Rohr Partner AG, Baden-Dättwil. Ihr Siedlungskonzept sieht unterschiedliche Gebäudegruppen vor (siehe Modell). Entlang der Bibersteinerstrasse stellen sich die Architekten zweigeschossige Längsbauten (1) vor, die an den Massstab der Nachbarbauten anknüpfen. Im mittleren Abschnitt sind es fünf leicht mäandrierende Gebäudetypen (2), die sich den Hang hinauf aufreihen. Aussenräume und Gebäude werden miteinander verwoben.

«Dieses mittlere Bebauungsfeld nimmt einen respektabel grossen Abstand zur alten Villa und ihren Grünanlagen», hält die Jury fest. Im Baufeld Nord wird ebenfalls mit ausreichend Abstand zur Villa und der angrenzenden Gruppe exotischer Bäume ein länglicher, dreigeschossiger Bau (3) vorgeschlagen, der das Areal nach Norden abschliesst. Drei Häuser (4) links und rechts des Baufeldes Nord, beanspruchen die exklusiven Lagen im Park und könnten deshalb Eigentumswohnungen aufnehmen. «Wenn immer möglich werden die Baukörper in den Randlagen in ihrer Höhe auf drei respektive zwei Geschosse reduziert, um sie in den Massstab der Nachbarbauten einzupassen», heisst es im Beurteilungsbericht.

Für die Gemeinde sei wichtig, dass das Überbauungskonzept nicht nur auf die bestehenden angrenzenden Überbauungen, sondern auch auf die markanten Baumgruppen und das Tannenbächli gebührend Rücksicht nimmt, sagt Leuthard. Der Bach soll offengelegt werden.

Bis der Gestaltungsplan vorliegt, wird es einige Zeit dauern. Gemeinderat Leuthard rechnet mit einem Jahr. Der Gärtnereibetrieb im Baufeld Nord wird inklusive Betriebsgebäude bis spätestens 2018 in Betrieb bleiben. Die Realisierung soll in Etappen erfolgen. Die Bauherrschaft will auf allfällig sich ändernde Verhältnisse im Wohnungsmarkt reagieren können.

Etappierung ist wichtig

«Auch für die Gemeinde ist eine Etappierung sehr wichtig, damit wir die Herausforderungen der Bevölkerungsentwicklung und beim Verkehr anpacken können», sagt Tobias Leuthard. So oder so beschäftige sich die Gemeinde intensiv mit der Schulraumplanung. In den nächsten Jahren muss insbesondere die Schulanlage Stock nachgerüstet werden, sagt Leuthard. Auch beim Kindergarten sei Bedarf für einen Neubau vorhanden.

Mit Sanierungen und Ersatzneubauten, so Leuthard, könnte allenfalls zusätzlicher Schulraum geschaffen werden. Gegenwärtig werde die Entwicklung der Schülerzahlen bis ins Jahr 2020 und darüber hinaus analysiert, sodass im nächsten Frühling die Schulraumplanung in einer Gesamtschau an die Hand genommen werden kann.

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