Kolumne
In der Altstadt mit Dara Masi: «Sorry Aarau, aber ich trenne mich ja nicht wirklich von dir»

Die 24-Jährige ist aufgewachsen in Suhr, wohnt jetzt in Aarau. Sie ist neu Moderatorin von Virgin Radio Switzerland. In ihrer Kolumne schreibt sie über ihren Wechsel nach Zürich.

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Dara Masi steht neu für Virgin Radios in Zürich vor dem Mikrofon.

Dara Masi steht neu für Virgin Radios in Zürich vor dem Mikrofon.

Severin Bigler/zvg

Haha, der war gut ...

Ich habe den Job gewechselt und arbeite jetzt in Zürich. Raus aus meinem geliebten Städtchen, A1 ahoi. Von Radio Argovia zu Virgin Radio. Deshalb die Jungfrau, tscheggsch? Doch irgendwie scheinen es viele Leute persönlich zu nehmen, wenn man den Arbeitsort wechselt.

Im letzten Monat bin ich von Zürchern bestimmt 50 Mal gefragt worden: «Und, ziehst du jetzt auch nach Zürich, oder?» Als wäre das selbstverständlich. Wenn ich dann mit ‹«Nein» antwortete, sah ich oft in entrüstete Gesichter. Das Gleiche mit den Aargauern: Sie haben mir erzählt, wie mühsam der Arbeitsweg doch sei, vor allem, weil ich doch bisher zu Fuss in fünf Minuten im Studio war.

Ich werde weiterhin in Aarau wohnen, ich habe den coolsten Wohnort und das gemütlichste Zuhause, das tausche ich nicht so schnell wieder. Ausserdem liebe ich Aarau, die Leute, die Läden, die Bars, die Aare.

Ich mag es aber genauso, in Zürich zu arbeiten. Die Leute sind freundlich. Zumindest zu mir. Man muss nie lange auf ein Tram warten und die Leute auf den Strassen sehen definitiv spannender aus dort. Im Moment nervt mich noch nicht einmal der lange Arbeitsweg.

Ganz ehrlich, ich finde ich es sogar gut, komme ich wenigstens zum Arbeiten mal aus Aarau raus. Dann freut man sich umso mehr, abends nach Hause zu kommen.

O. k., ich wecke morgens nicht mehr das Argovialand, dafür die ganze Deutschschweiz. Also jene, die ein «dab+»-Radio besitzen. Die Virgin Community. Das ist schon ein etwas grösserer Unterschied, als nur den Arbeitsort zu wechseln.

Aber ich will mich nicht entscheiden zwischen zwei Städten. Und das muss ich glücklicherweise auch nicht. Es gibt viele Leute, die da wohnen und dort arbeiten. Wieso die Leute immer denken, man müsse sich voll und ganz auf die eine oder die andere Seite stellen, verstehe ich nicht. Als würde ich Aarau mit Zürich hintergehen.

Aber zum Glück handelt es sich bei all dem nicht um Menschen, sondern nur um Städte. Das hier ist ja kein richtiges Fremdgehen. Städte haben, so viel ich weiss, keine Gefühle.
Und falls doch, sorry Aarau. Es ist nicht wegen dir, es ist wegen mir. Ich trenne mich ja nicht wirklich von dir. Du musst mich ab jetzt einfach teilen mit dem grossen, reichen, leicht arroganten Hipster mit der Zürischnurre.