Aarau

In der alten Reithalle wird der «Oxer» neu aufgebaut

In der alten Reithalle soll ein Theater entstehen, doch das aktuelle Projekt ist zu teuer.

In der alten Reithalle soll ein Theater entstehen, doch das aktuelle Projekt ist zu teuer.

Das Kulturkonzept liegt endlich vor – es definiert die Strategie und die Richtlinien der städtischen Kulturförderung.

Die Stadt Aarau gibt für die Kultur viel Geld aus. 2013 waren es rund vier Millionen Franken, darin inbegriffen das Stadtmuseum mit rund einer Million, das Kultur- und Kongresshaus mit 530 000 und die Stadtbibliothek mit netto 880 000 Franken. Die Stadt investierte im Lauf der Jahre immer mehr in die Kultur. Das zeigt der Vergleich mit 1997, als der Nettoaufwand noch 2,2 Millionen Franken betrug.

Bis jetzt verfügte Aarau, im Gegensatz zu anderen Schweizer Städten, über keine explizite gesetzliche Grundlage für die Kulturförderung. Zwar besteht seit vielen Jahren eine Kulturkommission, in deren Richtlinien festgehalten ist, dass kulturelle Aktivitäten mit Defizit- und Produktionsbeiträgen zu fördern sind. Was bisher aber fehlte, war ein Papier, das die Kriterien festhielt, nach denen das Geld verteilt wird. Jetzt liegt das Kulturkonzept vor. Es bildet die Grundlage für eine ganzheitliche Sicht der Kulturpolitik und Kulturförderung und legt spezifische Ziele und Massnahmen fest.

Im Juli 2012 hatte eine Arbeitsgruppe, damals noch unter der Leitung von Stadtrat Carlo Mettauer, den Auftrag für die Ausarbeitung des Konzepts erhalten. Anfang Jahr hat Stadtrat Hanspeter Hilfiker das Dossier übernommen. Unter seiner Ägide wurde das Konzept redigiert und, nachdem es am Kulturapéro Ende August ein erstes Mal vorgestellt worden war, bei den Kulturschaffenden in die Vernehmlassung geschickt. Er sei positiv überrascht, wie viele daran teilgenommen hätten, sagt Hilfiker. Es wurden in der Folge noch sprachliche Anpassungen vorgenommen und Definitionen präzisiert. Die Pflege der städtischen Kulturhäuser wie zum Beispiel das «Schlössli» wurde als Auftrag explizit ins Konzept aufgenommen, ebenso das Stadtarchiv, das bis anhin nicht als kulturelle Einrichtung der Stadt erwähnt, beziehungsweise wahrgenommen worden war.

Prioritäten bis Frühling gesetzt

«Bis im Frühling erfolgt nun die Umsetzungsplanung», sagt Hilfiker. Im Stadtrat werde diese dann besprochen und abgesegnet. Prioritäten müssten definiert und die Förderrichtlinien überarbeitet werden. Für das Projekt «Oxer» sollen Alternativen entwickelt werden. Das aktuelle Projekt für das Theaterhaus in der alten Reithalle ist zu teuer und soll, so steht es im Konzept, «mit regionalen Theaterschaffenden und lokalen Kulturveranstaltern neu evaluiert werden». Das Ziel aber bleibt: «Der Oxer soll zur Abstimmungsreife entwickelt werden.»

Das Kulturkonzept sieht, nebst vielen anderen Massnahmen und Stossrichtungen, auch vor, dass die Rahmenbedingungen der Kulturförderung optimiert werden. Dies unter anderem, indem klare Richtlinien zur Prüfung von neuen Initiativen formuliert werden.

Vorgesehen ist, dass die kulturell nutzbaren Räume besser zugänglich werden. Die Kulturschaffenden sollen sich beispielsweise über eine Datenbank leichter einen Überblick über die vorhandenen Raumangebote verschaffen können. Zwischen- und Umnutzungen von städtischen und privaten Liegenschaften sollen ermöglicht werden. Als Massnahme formuliert, heisst das: «Mit den städtischen und privaten Liegenschaftsverwaltungen werden Absprachen über das Vorgehen bei der Um- und Zwischennutzung freier Objekte getroffen.»

Geprüft wird die Bildung einer Abteilung Kultur, um die Kulturförderung und -vermittlung zu professionalisieren. Für Hilfiker ist dabei wichtig, dass diese Abteilung mit dem laufenden Sparprogramm «Stabilo 2» kompatibel ist. Personelle Mehraufwendungen sollen durch administrative Entlastungen der entsprechenden Institutionen, durch eine Reduktion des Aufwands in den Kommissionen sowie durch schlankere Prozesse im Kulturbetrieb kompensiert werden.

Das Kulturkonzept ist ein klares Bekenntnis zu den kulturellen Schwergewichten: das Projekt «Oxer», das KiFF, die städtischen Kulturhäuser wie das Stadtmuseum und die Stadtbibliothek sowie die kantonalen ausgerichteten Institutionen wie Kunsthaus oder Naturama. Daneben wird aber auch betont, dass die Breitenförderung beibehalten werden soll, auch wenn hier Schwerpunkte gesetzt werden sollen.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1