Suhr
In den Schwitzkasten genommen und gegen den Kopf geschlagen: Handball-Junior auf dem Heimweg angegriffen

Ein 15-jähriger Spieler des HSC Suhr Aarau wurde nach dem Training auf dem Weg zum Bahnhof von Fremden attackiert.

Stefania Telesca
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Am Bahnhof Suhr passierte die Attacke auf einen Handball-Junior.

Am Bahnhof Suhr passierte die Attacke auf einen Handball-Junior.

Mario Heller

Es geschah am Dienstagabend gegen 21 Uhr: Nach dem Training in der Sporthalle Hofstattmatten in Suhr machten sich die Nachwuchsspieler der U17- und U19-Mannschaften auf den Heimweg. Dieser führte die meisten Spieler zum Bahnhof. Die Gruppe löste sich auf, worauf drei der U17-Spieler von einer acht- bis neunköpfigen, fremden Gruppe abgepasst wurden, wie Toni Kern, Trainer und sportlicher Leiter Nachwuchs beim HSC, erzählt.

«Einer von unseren Spielern wurde ohne Vorwarnung angegriffen. Er wurde in den Schwitzkasten genommen und ihm wurde mehrmals gegen den Kopf geschlagen.» Der mutmassliche Täter – so Kern – soll etwa gleich alt gewesen sein, wie der 15-Jährige, den er angriff. «Die anderen zwei Jungs der U17 rannten sofort los, um Hilfe zu holen. Sie suchten nach den U19-Spielern», sagt Kern.

Die alarmierten Sportler eilten zur Hilfe, der angegriffene Spieler hatte sich aber in der Zwischenzeit losreissen, wegrennen und in einen Zug einsteigen können. Die Gruppe rund um den Angreifer soll ebenfalls weggerannt sein.

Als der Junior zu Hause ankam, hatte er ein geschwollenes Gesicht, wie Kern berichtet: «Seine Mutter rief mich an und informierte mich über den Vorfall.» Kern ist erschüttert über den Angriff: «Ich bekomme noch immer Gänsehaut, wenn ich daran denke. So etwas darf einfach niemandem passieren.» Die betroffenen U17-Spieler seien gewiss nicht Jugendliche, die Konflikte suchten. Die Kinder, so Kern, seien während des Trainings in seiner Obhut. Dass einer seiner Junioren dann auf dem Nachhauseweg angegriffen wurde, gehe ihm sehr nahe.

Jüngere Spieler werden nun von älteren begleitet

Gleich am nächsten Tag trafen sich die Nachwuchsmannschaften erneut zum Training. Auch der betroffene Jugendliche war mit dabei. «Er wurde von seinen Kameraden aufgefangen.» Den Vorfall nutzte der sportliche Leiter Nachwuchs gleich, um derartige Konflikte zu thematisieren: «Wir sprachen mit den Spielern darüber, dass es keine Schwäche ist, wenn man in einer solchen Situation Hilfe holt.»

In den kommenden Wochen werden die älteren Spieler der U19-Mannschaft mithelfen, die Junioren abends nach dem Training zum Bahnhof zu begleiten. Zudem hätten sich schon Eltern der Spieler freiwillig gemeldet, um die Begleitung nach dem Training zu übernehmen: «Wir versuchen einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Kinder keine Angst haben müssen und ihren Sport weiterhin mit Freude ausüben können», so Kern.

Der attackierte Jugendliche hat eine Anzeige bei der Polizei gemacht, wie Roland Pfister, Sprecher der Kantonspolizei Aargau, bestätigt. Ermittlungen gegen den mutmasslichen Täter seien eingeleitet worden. Unabhängig davon appelliert Trainer Toni Kern jedoch an die Jugendlichen, die den Spieler angriffen: «Wenn sie sich schon so stark fühlen, dass sie sich Schwächere aussuchen und mobben, dann sollen sie auch die Stärke haben, sich beim HSC zu melden und sich zu entschuldigen.»

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