Aarau

In Aarauer Altstadt wächst jetzt Kabis: Blumenkisten schmücken Gassen

Nicola Küng, Christian Michel, Gertrud Häseli und Patrick Gross mit der Gemüsekiste in der Halde (v.l.).NAM

Nicola Küng, Christian Michel, Gertrud Häseli und Patrick Gross mit der Gemüsekiste in der Halde (v.l.).NAM

Bio Aargau bepflanzt die Altstadt: Zehn mit Gemüse gefüllte Kisten sollen Aarau nicht nur schmücken, den Wert von Lebensmittel im Bewusstsein der Bevölkerung stärken.

«Die Aarauer Altstadt ist auch ein Gemüsegarten», sagte sich der Verein Bio Aargau und schmückte am Dienstagnachmittag zu ihrem 20. Jubiläum Aaraus Gassen mit zehn Gemüsekisten. In ihnen soll bis Mitte September Kabis, Rande, Krautstiel und Sellerie wachsen – alles Bio-Produkte.

«Mit der Aktion ‹Bio wächst› wollen wir den Wert der Lebensmittel und der Landwirtschaft im Bewusstsein der Bevölkerung stärken», sagt Projektverantwortliche von Bio Aargau Gertrud Häseli.

Hergestellt und bepflanzt wurden die Holzkisten von der Institution «Murimoos». Sie bietet in Muri psychisch, körperlich und sozial benachteiligten Männern Wohn-, Arbeits- und Beschäftigungsplätze. Die Pflege der Gemüsekisten übernehmen Arbeitslose. «Bio wächst» ist also eine ökologische und soziale Aktion.

Aus Gemüse wird Suppe

«Die bepflanzten Kisten ersetzen das Gemüsefeld nicht», sagt Patrick Gross vom «Murimoos». Vielmehr würden die Tröge für die Stadt als «Müsterli» für die Gemüseproduktion dienen, sagt er.

«Urban gardening» vom Feinsten, dennoch will Gertrud Häseli klarstellen: «Wir wollen Pflanzen nicht auf Kreiseln und Verkehrsinseln anbauen – Abgase passen nicht zu einem Bio-Produkt.» Und auch wenn die Gemüsekisten sehr dekorativ wirken, seien sie kein Schmuck, sondern «ein Lebensmittel mit Wert», sagt Häseli.

Das «Aussäen» der Kisten geschieht im richtigen Moment: Gleichzeitig findet im Naturama die Sonderausstellung «Wir essen die Welt» statt. So findet man die Gemüsetröge nicht nur in der Igelweid, bei der Stadtkirche, , dem Schlossplatz oder dem Halden-Brunnen, sondern eben auch vor dem Naturama.

Unterstützt wurde die Aktion vom «Bonzenclub Aarau», welcher alljährlich eine Summe in kulturelle und soziale Projekte investiert. Bleibt zu hoffen, dass die Kisten nicht beschädigt werden: Mitte September wird das herangewachsene Gemüse zu einer Suppe verarbeitet und im Kasinopark verteilt.

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