Aarau
In Aarau werden Bürger und Bürgerinnen ferngesteuert

Mitten in der Aarauer Altstadt liegen Leute am Boden. Oder stehen mit Rollkoffer bewaffnet Schlange am türkischen Imbiss-Stand. 30 ferngesteuerte Performer brachten am Samstag-Nachtmittag Bewegung in den Hauptort.

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Ferngesteuerte Bürger
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Remote citizen
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Ferngesteuerte Bürger

Emanuel Freudiger

Das Prinzip der Performance ist einfach: 20 bis 30 Akteure werden auf öffentlichen Plätzen über eine drahtlose Funkübertra-gung in ihren Aktionen ferngesteuert. Remote directing nennen es die Dirigenten der Performance, Christian Kuntner, Astride Schlaefli und Martin Schick, diese Kunstform.

«Unser Ziel ist es, die Bewegungsmechanik auf öffentlichen Plätzen wahrzunehmen, unmittelbar zu analysieren und in der spontanen Auswertung mittels Einsatz von performanten Elementen anzuwenden», beschreiben ihre Performance. Kurz: Die 20 bis 30 Akteure machen auf Befehl nach, was alle anderen auf dem Platz irgendwie auch tun. .

Irritieren und manipulieren

Doch «Remote Citizen» geht noch ein Schritt weiter. Die Perfomance will nämlich Einfluss auf den Fluss der Normalität, den Strom des Alltäglichen abzweigen, stillstehen oder beschleunigen.

«Unsere Intervention hinterlässt keine sichtbaren Spuren, gibt dem Ort durch Irritation und Manipulation für eine gewisse Zeit aber einen anderen Charakter, der ge-heimnisvoll, beängstigend oder amüsant sein darf», erklären die Autoren der Performance deren Wirkung. (rsn)