Aarau
In Aarau müssen Altersheimbewohner mehr zahlen

Die städtischen Alters- und Pflegeheime schreiben rote Zahlen. Das schlägt sich auf die Taxen der Bewohnerinnen und Bewohner nieder. Die Betreuungstaxen werden um zehn Franken erhöht.

Hubert keller
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Im Golatti (Bild) und im Herosé müssen die Bewohnerinnen und Bewohner tiefer ins Portemonnaie greifen.

Im Golatti (Bild) und im Herosé müssen die Bewohnerinnen und Bewohner tiefer ins Portemonnaie greifen.

Alex Spichale

Schlechte Post für die Bewohnerinnen und Bewohner der Alters- und Pflegeheime: Die Betreuungstaxen werden um 10 Franken im Golatti und um 7 Franken im Herosé angehoben. Grund dafür ist der schlechte Rechnungsabschluss im Jahr 2013: Statt einem Gewinn von knapp 54 000 wurde ein Verlust von 708 000 Franken geschrieben.

Neu betragen die Betreuungstaxen je nach Pflegestufe zwischen 33 und 55 Franken im Golatti und zwischen 30 und 52 Franken im Herosé. «Diese Erhöhung ist markant und unter dem Jahr besonders unangenehm», räumt auch Markus Fontana, Leiter der Abteilung Alter, ein. Normalerweise werden Taxen auf den 1. Januar angehoben.

Als Eigenwirtschaftsbetriebe seien die beiden Heime auf eine gesunde finanzielle Basis angewiesen, schreibt der Stadtrat. Die Abteilung Alter habe deshalb bereits im Januar begonnen, Massnahmen auf der Kostenseite umzusetzen, um für das laufende Jahr eine ausgeglichene Rechnung erwirtschaften zu können. Die monatlichen Abschlüsse hätten jedoch gezeigt, dass es nicht besser werde und die getroffenen Massnahmen allein nicht ausreichten, sagt Fontana.

Ausfälle beim Personal

Viele Langzeitkranke und Ausfälle beim Personal haben das Jahr 2013 in der Abteilung Alter geprägt und grosse Kosten verursacht. «Es war extrem», sagt Markus Fontana. Wenn eine Pflegefachfrau ausfalle, müsse sie sofort ersetzt werden. Temporäre Mitarbeitende seien aber sehr teuer. Wie der Leiter der Abteilung Alter weiter ausführt, ist gut die Hälfte des Defizits durch personelle Mehrkosten verursacht worden. Mit der Umstellung des BESA-Leistungskataloges per 1. Januar 2013 konnte zudem weniger Pflegeminuten verrechnet werden, obwohl diese erbracht worden sind. «Die Auswirkungen der Umstellung haben sich auf der Ertragsseite viel stärker ausgewirkt, als man annehmen konnte», hatte der Stadtrat gegenüber dem Einwohnerrat argumentiert. «Jedes Budget basiert auf Erfahrungswerten, doch zu einem gewissen Grad stochert man halt immer auch im Nebel», sagt Markus Fontana.