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In Aarau gibt es jetzt drei grosse Wohnungen speziell für WGs – sie sind schon weg

Janine Gloor
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WGs in Aarau
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Im Aeschbachquartier ist schon viel Leben eingezogen – und in diesem Haus die WG.
Von Rohr, Gautschi und Maurer in ihrer Wohnung.

WGs in Aarau

Chris Iseli

Eine Wohnung mit 81⁄2 Zimmern. Das muss man sich erst mal vorstellen: Sieben Schlafzimmer, vier Badezimmer mit Dusche, zwei davon mit Waschturm, eine Stube und eine grosse Wohnküche. Dazu zwei überdachte Loggias. Drei solche Wohnungen wurden im Aeschbach-Quartier gebaut, in einer ist eine vierköpfige Männer-WG eingezogen.

Vor etwas mehr als einer Woche sind sie eingezogen und die Wohnung ist bereits fertig eingerichtet. Zügelkisten sucht man vergebens, das Internet funktioniert und auf der Kommode im Flur steht ein Bonsai. Die Jungs sind gut organisiert: Jannick Maurer, Jan Rudolf von Rohr und Rafael Gautschi haben schon in Muhen zusammen in einer WG gewohnt und ihren Haushalt nach Aarau gezügelt. Ungefähr ein Jahr haben sie erfolgreich zusammen gewohnt, und so war es auch keine Frage, dass die WG in Aarau weitergeführt werden sollte.

Auf Biegen und Brechen wollten sie nicht weg aus Muhen, ihrer Heimat. «Aber in einem kleinen Dorf läuft halt nicht so viel», sagt Jan Rudolf von Rohr. «Es wäre schon schön, wenn man abends etwas trinken gehen und danach zu Fuss nach Hause könnte.» Bei der Suche nach einer Wohnung stiess man schnell auf das Aeschbachquartier. Und auf die 81⁄2-Zimmer-Wohnungen. Für die Männer war klar, dass sie eine grosse Wohnung mit Schlafzimmern für alle und einer Stube brauchen. Dass sie eine so geräumige Bleibe finden würden, hätten sie nicht erwartet. «Da waren wir wirklich erstaunt», sagt Jannick Maurer. Und jetzt sitzen sie in ihrer hellen Küche mitten im Aeschbachquartier bei einem Bier zusammen.

Balkon mit Nachbarn geteilt

Die Wohnung ist nagelneu und sehr modern; mit weissen Küchenfronten und hellen Holzböden. Wer durch die Eingangstür kommt, steht mitten in der Küche. Ein zweiter Eingang führt in die Stube. Zugänglich sind die Eingangstüren über die Loggia. Der ebenfalls grosszügige Aussenbereich wird mit den Nachbarn geteilt, doch diese sind noch nicht eingezogen. Jeder der vier WG-Bewohner hat sein eigenes Zimmer. Zwei Zimmer werden als gemeinsame Büros genutzt, im letzten wird gerade eine Bar eingebaut.

Die Einrichtung lässt auf männliche Bewohner deuten – funktional, schnörkellos und mit einem Fernseher, der auch ein kleines Kino bespielen könnte. Und der Bonsai braucht nie Wasser. Aber die Möbel passen zur Wohnung mit ihrem geradlinigen Grundriss. Alle Zimmer sind an einem langen Gang aufgereiht, unübersehbare Ecken, wo das Chaos wuchern könnte, gibt es praktisch keine. Aber einen Induktionsherd und einen Steamer in der Küche.

Die Männer wohnen zusammen, weil ihnen das gefällt. Geld zu sparen sei natürlich auch ein Grund für eine WG. Knapp fünftausend Franken kostet die Miete. Geteilt durch vier gibt das einen Betrag, den die voll- und teilzeit berufstätigen Mitbewohner gern ausgeben für eine schöne Wohnung an guter Lage. Das Aeschbachquartier war mitunter ein Grund für den Umzug nach Aarau. «Wir finden es toll, dass wir auch hier im Quartier Möglichkeiten zum Einkaufen oder Ausgehen haben», sagt Maurer. Auch der soziale Gedanke mit den geteilten Balkonen gefalle ihnen. Wenn es passe, hätten die jungen Männer gern Kontakt mit den Nachbarn. Der Grill steht jedenfalls schon bereit.

Alle 81⁄2er-Wohnungen vermietet

Auch die anderen zwei 81⁄2-Zimmer-Wohnungen sind bereits vermietet; ebenfalls an WGs. Die drei Wohnungen sind Überbleibsel einer sehr frühen Planungsphase, in der das Haus als mögliches Personalhaus für das Kantonsspital vorgesehen war. «Diese Variante wurde nicht weiterverfolgt, aber die Idee der drei grossen Wohnungen ist geblieben», sagt Marion Schihin, Mediensprecherin von Bauherrin Mobimo. «Unterschiedliche Wohnungsgrössen tragen zur Vielfalt der Quartierbewohnerschaft bei.»

Die vier WG-Bewohner haben sich gut eingelebt im Aeschbachquartier. Sie geniessen die Annehmlichkeiten einer nigelnagelneuen Wohnung und wissen, wie man das Zusammenleben angenehm gestaltet. Indem man sich eine Putzfrau leistet, zum Beispiel. Nur wie man den Steamer benutzt – und was da reinkommt –, müssen sie noch lernen.